Überführen Sie den Täter
Tod auf zwei Rädern
Von John Miller
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Bisher war es Inspektor Carter nicht gelungen, den Täter zu finden, der die Lenkung von Harry Bensons schwerem Enduro-Motorrad so manipuliert hatte, dass der Unternehmer bei seinem Wochenendtrip tödlich verunglückt war.
"Die Manipulation ist mit großem Sachverstand durchgeführt worden", hieß es im Bericht des Kriminallabors. "Ab Tempo 80 war die Maschine nicht mehr zu beherrschen. Der Täter muss Motorrad-Experte sein."
Davon gab es in Harry Bensons Umgebung nur zwei: seinen Sohn Jeffrey und seinen Bruder Lionel. Beide hatten mit Harry in der Villa am Stadtrand gelebt, in deren Garage die Enduro stand. Dort standen auch die beiden Motorräder, mit denen Lionel Benson Amateur-Rennen fuhr.
"Ich bin erst am Mittwoch, also drei Tage vor dem Tod meines Vaters, mit der Enduro unterwegs gewesen", hatte Bensons Sohn Jeffrey erklärt. "Da war die Maschine vollkommen in Ordnung. Also kommt wohl nur Onkel Lionel für die Tat in Frage."
Lionel dagegen behauptete: "Normalerweise war Jeffrey jeden Tag mit der Maschine seines Vaters unterwegs. Nur hat er sie nach seinem Trip am Mittwoch bis zu dem Sonntag, an dem Harry verunglückte, nicht mehr angerührt."
An jenem Sonntag war Harry gegen zehn Uhr vormittags losgefahren. Um elf war er verunglückt.
"Ich war von Freitag bis Sonntag mit Freunden auf einem Segeltörn", hatte Jeffrey ausgesagt. "Als ich Sonntag heimkam, fuhr Vater gerade mit der Enduro aus der Garage."
Carter blätterte die Ermittlungsakte abermals durch und fand die Kopie eines Strafmandats, das sich Harry Benson am Samstag, einen Tag vor seinem Tod, eingehandelt hatte - er war mit 130 Sachen geblitzt worden. Kurz darauf sagte der Inspektor zu Lionel Benson: "Sie haben die Maschine Ihres Bruders manipuliert. Das ist ganz klar."
Wie kam Carter zu dem Schluss?
Lösung:
Am Samstag war Harry noch mit dem Motorrad unterwegs. Die Maschine musste also danach manipuliert worden sein. Sohn Jeffrey kam dafür nicht in Frage, weil er zu dieser Zeit segeln war.
Distr BULLS
Tod auf zwei Rädern
Von John Miller
Als Inspektor Carter die Mordakte Benson auf den Schreibtisch bekam, klebte ein Zettel von seinem Vorgesetzten daran: "Bitte kümmern Sie sich doch einmal um den Fall! Die Kollegen des Reviers in Charleston Heights kommen nicht weiter!"
Carter blätterte die Akte durch und sah bald das Problem, mit dem sich die Kollegen herumschlugen: Bisher war es ihnen nicht gelungen, den Täter zu finden, der die Lenkung von Harry Bensons schwerer Enduro-Geländemaschine so manipuliert hatte, dass der Unternehmer auf dem letzten seiner regelmäßigen Wochenendtrips in einer Kurve die Gewalt über das Motorrad verloren hatte und tödlich gestürzt war. Als Besitzer einer Kette von Tankstellen und Autowaschanlagen war Harry Benson nicht nur einer der wohlhabendsten, sondern auch der geachtetsten Bürger der kleinen Gemeinde vor den Toren Londons gewesen.
Dabei hatten die Ermittlungen der Kollegen dort vielversprechend begonnnen - mit dem Bericht des Kriminallabors, in dem klar festgestellt wurde:
"Die Manipulation an der Brixton Enduro MX des Opfers ist mit großem Sachverstand durchgeführt worden und führte dazu, dass die Maschine schon bei Tempo 70 unlenkbar wurde." Außerdem hieß es im Bericht des Technikexperten, der das Wrack untersucht hatte: "Ein Laie wäre dazu nicht in der Lage gewesen. Der Täter muss Experte für schwere Motorräder sein - wahrscheinlich arbeitet er in einer Motorradwerkstatt oder ist im Rennbetrieb beschäftigt."
Das traf allerdings auf alle beiden Verdächtigen in Harry Bensons Lebensumfeld zu: seinen Sohn Jeffrey und seinen Bruder Lionel. Beide hatten mit Harry in dem herrschaftlichen Haus am Rand der Gemeinde gelebt, in dessen großer Garage mit angeschlossener kleiner Spezialwerkstatt die Brixton Enduro gestanden hatte. In der Garage standen auch die beiden schweren Motorräder, mit denen Harrys Bruder Lionel regelmäßig an Amateur-Rennen teilnahm. Und Jeffrey, der Sohn des Toten, hatte seiner Leidenschaft fürs Motorradfahren mit den Maschinen seines Vaters und seines Onkels gefrönt. Außerdem unterstützte er seinen Onkel Lionel hin und wieder als Techniker bei seinen Renn-Einsätzen. Jeder der beiden hätte seine Chance nutzen können, um Harry Bensons Enduro zu manipulieren. Es war bekannt, dass Harry an jedem Sonntag eine ausgedehnte Motorradpartie unternahm, die ihn auf der ausgebauten Landstraße einmal rund um den Charleston Lake führte und dann zurück über die kurvenreiche Strecke durch den Isherwood Forest.
"Ich bin erst am Mittwoch, also drei Tage vor dem Tod meines Vaters mit der Enduro unterwegs gewesen!", hatte Jeffrey erklärt. "Da war die Maschine vollkommen in Ordnung. Also kommt wohl nur Onkel Lionel für die Manipulation in Frage."
Lionel dagegen behauptete: "Normalerweise war Jeffrey jeden Tag mit der Maschine seines Vaters unterwegs. Nur hat er sie nach seinem Trip am Mittwoch nicht mehr angerührt. Und als Harry am Sonntag mit der Enduro losfuhr, hat Jeffrey ihm noch 'Gute Fahrt!' gewünscht."
Das war am Sonntag gegen zehn Uhr vormittags gewesen. Um elf war Harry Benson verunglückt.
"Ich habe meinen Vater am Sonntag nur kurz gesehen", hatte Jeffrey dazu ausgesagt. "Ich war von Freitag bis Sonntag mit Freunden auf einem kleinen Segeltörn. Als ich Sonntag heimkam, fuhr Vater gerade mit der Enduro aus der Garage, um auf seine Tour zu gehen!"
Carter blätterte die Akte weiter durch und fand die Kopie eines Strafmandats, das sich Harry Benson am Samstag, einen Tag vor seinem Tod, wegen zu schnellen Fahrens mit seiner Enduro eingehandelt hatte. Eine Streife hatte ihn gestoppt, als er mit 110 Sachen über die Landstraße gerast war.
Carter rief seinen Vorgesetzten an. "Lionel Benson hat die Maschine seines Bruders manipuliert", sagte er. "Das ist ganz klar."
Wie kam Carter zu dem Schluss?
Lösung:
Am Samstag war Harry noch mit dem Motorrad unterwegs. Die Maschine musste also danach manipuliert worden sein. Sohn Jeffrey kam dafür nicht in Frage, weil er zu dieser Zeit segeln war.
Distr BULLS
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Erschienen in:
prisma WEST und prisma OST
Heft 3/2014






