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Sonntag, 27. September 2026

Ein Fall für Inspektor Carter:
Geständnis ohne Wert

Geständnis ohne Wert

Von John Miller

Es war ein grauer Novembertag, an dem Derek Stone bei Inspektor Carter auftauchte. Bislang hatte der Inspektor den kleinen Ganoven immer nur in finsteren Pubs getroffen, um von ihm Tipps aus der Unterwelt zu bekommen. Heute allerdings beschuldigte Derek Stone sich selbst.
"Sie behaupten also, dass Sie in Lord Wembleys Villa eingebrochen sind?", vergewisserte sich Carter. Die Meldung über den Einbruch stand in allen Zeitungen. Aus der Villa des Kunstsammlers waren zwei Gemälde gestohlen worden: ein Picasso und ein Turner.
"Von einem Kollegen hatte ich erfahren, dass der Lord echt wertvolle Bilder in seiner Villa hat", sagte Stone. "Also bin ich da eingebrochen. Um halb drei nachts. Das ist die beste Zeit für solche Sachen!" 
"Also als es gerade anfing zu schneien?", erkundigte sich Carter. Er erinnerte sich noch an die nassen Fußabdrücke des Einbrechers, die er bei der Tatortaufnahme in Lord Wembleys Villa gesehen hatte. Sie hatten von der eingeschlagenen Terrassentür quer durchs Wohnzimmer zur Hausbar geführt, wo der Einbrecher sich erst einmal einen 20 Jahre alten Scotch gegönnt hatte. Dann führte die Fußspur ins Arbeitszimmer, wo eine Picasso-Skizze an der Wand gehangen hatte. Aus dem Arbeitszimmer war es weiter in die Bibliothek gegangen, wo der Dieb den Turner mitgenommen hatte. Dann kehrten die Fußspuren ins Wohnzimmer zurück und dort wieder zur Terrassentür.
"In Lord Wembleys Villa hängen viele Bilder", sagte Carter. "Wieso haben Sie nur den Turner und den Picasso gestohlen?"
Stone schien zu überlegen. "Weil ich nur zwei Bilder tragen konnte!"
"Und wo sind die Bilder jetzt?"
"Die habe ich verkauft - an eine Hehler, der mich um das Geld betrogen hat!", jammerte Stone.
"So dass Ihnen außer dem Drink, den Sie sich aus der Bar des Lords genehmigt hast, quasi nichts von deinem Coup geblieben ist?", meinte Carter grinsend.
"Genau", sagte Stone irritiert. "Bevor ich mich aus dem Staub gemacht habe, habe ich mir einen Drink gegönnt."
Carter sah aus dem Fenster ins winterliche Schneegestöber. "Derek, sagte er dann. "Sie gestehen einen Einbruch, den Sie nicht begangen haben, um für den Winter ein warmes Plätzchen im Gefängnis zu bekommen, nicht wahr?"
Was war Carter aufgefallen?

Lösung: Stone behauptete, den Drink als Abschluss des Einbruch getrunken zu haben - doch anhand der Fußspuren auf den Tatortfotos wusste Carter, das der Einbrecher den Drink am Beginn seiner Tour genommen hatte.

Distr BULLS   
(C) by BULLSMEDIA and author
Lizenz #1207 
Erschienen in:
prisma WEST und prisma OST
Heft 5/2014






DAS KRIMI-RÄTSEL
Sagt hier jemand die Unwahrheit?
Das Geständnis
von John Miller

Es war ein grauer Novembertag, an dem Dirk Stein Kommissar Fux einen Besuch abstattete. Bislang hatte der Kommissar den kleinen Ganoven immer nur in finsteren Kneipen getroffen. Heute allerdings beschuldigte Dirk Stein sich selbst.
"Sie behaupten also, dass Sie in Horst Amtstettens Villa eingebrochen sind?", vergewisserte sich Fux. Die Meldung über den Einbruch stand in allen Zeitungen.
Aus der Villa des bekannten Kunstsammlers waren gleich zwei Gemälde gestohlen worden: ein Picasso und ein Richter.
"Von einem Kollegen wusste ich, dass Amstetten ziemlich wertvolle Bilder besaß", sagte Stein. "Also bin ich dort eingebrochen. Um halb drei nachts, eine ideale Zeit für solche Sachen." 
"Es fing gerade an zu schneien oder?", hakte Fux nach. Er erinnerte sich noch an die nassen Fußabdrücke des Täters, bei der Tatortaufnahme in der Villa. Sie führten von der eingeschlagenen Terrassentür quer durchs Wohnzimmer zur Hausbar, wo der Einbrecher sich erst einmal einen 20 Jahre alten Weinbrand genehmigt hatte.
Dann führte die Spur ins Arbeitszimmer, wo eine Picasso-Skizze an der Wand gehangen hatte. Vom Arbeitszimmer ging es weiter in die Bibliothek, wo der Dieb den Richter mitgehen ließ. Dann kehrte die Fußspur wieder zurück ins Wohnzimmer und somit zur Terrassentür.
"In Amstettens Villa hängen viele Bilder", sagte der Kommissar. "Wieso haben Sie nur den Richter und den Picasso gestohlen?" 
Stein überlegte. "Ich konnte doch nur zwei Bilder tragen!" 
"Und wo sind die Bilder jetzt?" 
"Hab sie alle verkauft - an einen Hehler, der mich um das Geld betrogen hat", klagte Stein.
"So dass Ihnen außer dem  Drink, aus der Bar des Kunstsammlers, quasi nichts von ihrem Coup geblieben  ist?", meinte Fux grinsend.  
"Genau", sagte Stein irritiert.
"Bevor ich das Haus verließ, habe  ich mir eine Drink gegönnt."
Kommissar Fux sah aus dem Fenster ins  winterliche Schneegestöber. "Dirk", sagte er nun. "Sie gestehen einen Einbruch, den Sie nicht mal begangen haben, um für den Winter ein warmes Plätzchen im Gefängnis zu kriegen, nicht wahr?" 
Was meint der Kommissar?

Lösung: Stein behauptete, den Drink als Abschluss des Einbruch getrunken zu haben - doch anhand der Fußspuren auf den Tatortfotos wusste der Kommissar, das der Einbrecher den Drink am Beginn seiner Tour genommen hatte.

Distr BULLS   
(C) by BULLSMEDIA and author
Lizenz #1207 
Erschienen in:
prisma WEST und prisma OST
Heft 5/2014




Kommissarin Schwarz ermittelt
Geständnis ohne Wert

Es war ein kalter Dezembertag. Ulf Kley war bei Kommissarin Schwarz erschienen, um zu gestehen. "Ich bin in die Villa von Horst Hessler eingebrochen. Habe zwei seiner Gemälde geklaut!"
Die Kommissarin erinnerte sich: Fußspuren mit Resten des gerade gefallenen Schnees führten aus dem Garten zur Terrassetür und im Haus in die Bibliothek und weiter ins Arbeitszimmer. Aus beiden Zimmern war je ein Bild gestohlen worden. Vom Arbeitszimmer führten die Fußspuren zur Haustür.
"Warum haben Sie nicht mehr Bilder gestohlen?"
Die Kommissarin traute Kley den Coup nicht zu. Der trug eher die Handschrift seines Kumpels Enno Zoons.
"Als ich in der Bibliothek war, hörte ich ein Geräusch. Da habe ich gemacht, dass ich davonkam."
"Sie gestehen einen Einbruch, von dem Ihnen wohl Ihr Kumpel Enno erzählt hat, um über den Winter ein Plätzchen im Kittchen  zu bekommen", sagte die Kommissarin.
Was war ihr aufgefallen?

Lösung: Kley  behauptete, geflohen zu sein, als er in der Bibliothek war ein  ein Geräusch hörte. Er kannte also nicht die Reihenfolge, nach der der echte Dieb vorgangen war – zuerst in die Bibliothek uns dann ins Arbeitszimmer.




 Distr BULLS   
 

(C) by BULLSMEDIA and author
Lizenz #1207 
Erschienen in:
prisma WEST und prisma OST
Heft 5/2014