Der Mord macht die Musik
als Hörbuch
als Hörbuch
KARR: An meisten beeindruckt mich Stephen King - den ich für einen der besten Autoren unserer Zeit halte. Wie schnell und perfekt er eine Geschichte beginnt, wie er seine Charaktere entwirft und sie dann in teilweise absurde Situationen bringt, ist einfach grandios.
Und von den neuen Autoren mag ich ganz besonders Jussi Adler-Olsen, Klaus-Peter Wolf, Sebastian Fitzek und Nele Neuhaus, denen immer wieder ein neuer Dreh einfällt, mit denen sie ihre Geschichten noch spannender und überraschender machen.
FRAGE: Woher bekommst du die Ideen für deine Stories?
KARR: Es sind meist kleine Anlässe, kurze Gedanken oder ein Impuls von außen, die mich auf eine Idee zu einer Story bringen. Vielleicht eine Zeitungsnotiz über einen Vorfall (der dann aber am Ende in ganz anderer Form in der Geschichte auftaucht). oder die Beobachtung auf der Straße. Und ich sitze gern in Café und schaue mir Menschen an. Dabei kommt man auf die besten Ideen - indem man sich vorstellt, wie dieser oder jener Mensch und eine ganz bestimmte Situation gerät...
FRAGE: Wie hältst du Kontakt zu deinen Lesern?
KARR: Indem ich bei facebook und bei Twitter und auch bei lovelybooks poste und natürlich auch eine Homepage habe. Wenn mir Leser schreiben, beantworte ich natürlich gern alle Fragen. Aber am liebsten lese ich live vor meinem Publikum - in Buchhandlungen oder Bibliotheken. Im Krimi-Bereich gibt es sehr viele Veranstaltungen, und ich nehme die meiten Einladungen für solche Auftritte an um meine Leser zu treffen und sie kennen zu lernen.
FRAGE: Wann und was liest du selbst?
KARR: Ich lese sehr viel - am meisten natürlich Kriminalromne - weil ich unter anderem auch Rezensionen darüber schreibe. Eigentlich lese ich alles, was gerade bei meinem Buchhändler auf dem tsich mit den Neuerscheinungen liegt. Und wann ich das alles lese? Vor dem Schlafengehen natürlich.
H.P. Karr:
Ein Fall für Kommissarin Katja Kampp
50 Rate-Krimis
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© Nachdruck/Veröffentlichung honorarfrei
Am 19. Juni 1623 wurde der französische Schriftsteller und Mathematiker Blaise Pascal († 1662) in Clermont-Ferrand geboren. Der Sohn einer kultivierten Beamtenfamilie war – wie viele Zwilling-Geborene – von Zahlen fasziniert und galt schon in jungen Jahren als mathematisches Genie. Später wandte er sich auch religiösen und philosophischen Fragen zu. Berühmt wurde er durch seine unvollendet gebliebene Aphorismensammlung »Pensées«, an der er seit 1654 arbeitete. Dieses Werk und sein gesamtes philosophisches Denkgebäude beinflussten Sören Kierkegaard (1813–1855), Friedrich Nietzsche (1844–1900) und den Existenzialismus.
Die von Blaise Pascal 1642 erfundene »Pascaline« war ...
eine Rechenmaschine
eine Vakuumpumpe
ein Schach-Roboter
Jacoby
fluchte, weil er mit dem Unkraut zwischen den Hortensien und den Rosen
einfach nicht fertigwurde. Seit einer halben Stunde zupfte und jätete er
jetzt schon. Sein Kreuz schmerzte. Sein Nacken brannte. Man war eben
nicht mehr der Jüngste.
»Zähes Zeug, was?«
Wenn Jacoby etwas nicht
gebrauchen konnte, dann war es ein Kommentar von Römer. Sein
Gartennachbar stand am Zaun, in adretter Pflanzschürze und mit einem
schicken Strohhut auf dem Kopf, als ginge es hier um ein Casting für
Germany's Next Top-Gärtner. Am liebsten hätte Jacoby mit seiner Hacke
auf Römers Füße eingehackt, auf die er aus seiner Hocke vorm Rosenbeet
starrte.
»Unkraut eben!«, brummte Jacoby stattdessen. Er war ein
schwerfälliger, untersetzter Mann, Ende vierzig. Vor einem halben Jahr
hatte er die Immobilie neben Römer gekauft: freistehendes
Einfamilienhaus mit hundertfünfzig Quadratmetern Wohnfläche und knapp
fünfhundert Quadratmetern Garten. Ein Traum. Wäre da nicht die
Nachbarschaft. Bis jetzt hatte Jacoby es immer geschafft, rechtzeitig im
Haus zu verschwinden, wenn Römer in seinem Gärtner-Outfit drüben
auftauchte, um zu säen, zu jäten, zu mähen.
»Kommst du, Liebling?«
Römers Frau hatte den Kaffeetisch auf der Terrasse gedeckt. Jacoby
drehte die Augen nach oben. Römer streckte ihm die Hand entgegen.
»Römer! Zeit, dass wir uns kennenlernen.«
Jacoby überwand sich. »Jacoby. Auf gute Nachbarschaft!«
Römer machte eine großzügige Geste. »Dann kommen Sie doch am besten gleich mit Ihrer Frau auf eine Tasse Kaffee herüber.«
Claudia kam aus dem Bad. Die Nachtcreme glänzte auf ihrem Gesicht. Römer machte die Augen zu.
»Seltsame
Leute, diese Jacobys«, sagte Claudia und ließ sich ins Bett fallen.
Römer tat weiter so, als ob er schliefe, obwohl er wusste, dass das
Claudia nicht daran hindern würde, weiter auf ihn einzureden.
Wahrscheinlich redete sie auch auf ihn ein, wenn er gar nicht da war.
»Was
sie an diesem alten Kerl findet, frage ich mich«, murmelte Claudia.
»Die beiden sind doch mindestens zwanzig Jahre auseinander.« Sie machte
das Licht aus und seufzte. »Na ja, wo Liebe hinfällt.«
Das fragte sich Römer inzwischen manchmal auch – und vor allem fragte er sich, wo die Liebe hinging, wenn sie starb.