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Donnerstag, 12. Juni 2025

Montag, 16. September 2024

Krimi-Experte H.P. Karr im Interview
Neue Ratekrimis mit Kommissarin Katja Kampp

H.P. Karr lässt Kommissarin Katja Kampp ermitteln

Spannende Unterhaltung und Krimi-Quiz


H.P. Karr lebt seit 1960 im Ruhrgebiet. Er studierte in Bochum und arbeitete anschließend einige Jahre als freier Journalist und Reporter für verschiedene Magazine. Schon während dieser Zeit schrieb er zahlreiche Stories und Hörspiele. Heute ist H.P. Karr freier Schriftsteller und unter seinem bürgerlichen Namen Reinhard Jahn Experte in Krimi-Fragen. So beriet er unter anderem jahrelang in der »Telefonischen Mordsberatung auf WDR5« gemeinsam mit Kollegen die Radiohörer in Sachen Krimi. Als H.P. Karr veröffentlichte er bisher mehr als ein Dutzend Bücher und schrieb über als 1000 Kriminalstories und Ratekrimis.

FRAGE: Wie lange schreibst du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung deines ersten Buches?

KARR: Ich schreibe schon seit meiner Jugend - schon als ich nur zur Schule ging, habe ich Kurzgeschichten geschrieben und mich sogar an einem Roman versucht. Dabei habe ich schnell gespürt, wie sehr mir das Krimi-Genre lag und ich habe mich darauf konzentriert. und der Erfolg ließ auch nicht lange auf sich warten - bald erschien meine erster Kurzkrimi in einer Zeitschrift.
Mein erstes Buch war ein Jugendbuch - und ich habe es eigentlich für meine beiden jüngeren Geschwister geschrieben, denen ich oft Gute-Nacht-Geschichten erzählt habe. Natürlich ist ein Krimi geworden - ein Jugendkrimi mit vier cleveren und mutigen Helden, die einer Falschmünzerbande auf die Spur kommen. Das Manuskript habe ich einfach an einen Verlag geschickt, dessen Jugendbücher ich mochte - und schon nach ein paar Wochen kam die Antwort, dass man es gern drucken würde. Selbstverständlich wollte man auch sofort eine Fortsetzung der Geschichte haben.
Seitdem habe ich mehr als ein Dutzend Bücher geschrieben - teilweise gemeinsam mit Kolleginnen oder Kollegen. Und eine Menge Kriminalstories.

FRAGE:  Welcher Autor inspiriert und beeindruckt dich selbst?
 

KARR: An meisten beeindruckt mich Stephen King - den ich für einen der besten Autoren unserer Zeit halte. Wie schnell und perfekt er eine Geschichte beginnt, wie er seine Charaktere entwirft und sie dann in teilweise absurde Situationen bringt, ist einfach grandios.
Und von den neuen Autoren mag ich ganz besonders Jussi Adler-Olsen, Klaus-Peter Wolf, Sebastian Fitzek und Nele Neuhaus, denen immer wieder ein neuer Dreh einfällt, mit denen sie ihre Geschichten noch spannender und überraschender machen.

FRAGE:
Woher bekommst du die Ideen für deine Stories?

KARR:
Es sind meist kleine Anlässe, kurze Gedanken oder ein Impuls von außen, die mich auf eine Idee zu einer Story bringen. Vielleicht eine Zeitungsnotiz über einen Vorfall (der dann aber am Ende in ganz anderer Form in der Geschichte auftaucht). oder die Beobachtung auf der Straße. Und ich sitze gern in Café und schaue mir Menschen an. Dabei kommt man auf die besten Ideen - indem man sich vorstellt, wie dieser oder jener Mensch und eine ganz bestimmte Situation gerät...

FRAGE:
Wie hältst du Kontakt zu deinen Lesern?

KARR: Indem ich bei facebook und bei Twitter und  auch bei lovelybooks poste und natürlich auch eine Homepage habe. Wenn mir Leser schreiben, beantworte ich natürlich gern alle Fragen. Aber am liebsten lese ich live vor meinem Publikum - in Buchhandlungen oder Bibliotheken. Im Krimi-Bereich gibt es sehr viele Veranstaltungen, und ich nehme die meiten Einladungen für solche Auftritte an um meine Leser zu treffen und sie kennen zu lernen.

FRAGE: Wann und was liest du selbst?

KARR:
Ich lese sehr viel - am meisten natürlich Kriminalromne - weil ich unter anderem auch Rezensionen darüber schreibe. Eigentlich lese ich alles, was gerade bei meinem Buchhändler auf dem tsich mit den Neuerscheinungen liegt. Und wann ich das alles lese? Vor dem Schlafengehen natürlich.


Wenn die Kripo vor Ort nicht mehr weiterweiß – dann kommt Katja Kampp zum Einsatz. Die Sonderkommissarin ist clever, sportlich und löst jeden Fall mit der ihr eigenen Kombinationsgabe. Begleiten Sie Katja Kampp an die Tatorte, sammeln Sie Indizien, ziehen Sie gemeinsam mit der Kommissarin Schlussfolgerungen und spüren Sie so selbst die Täter auf. Die Ratekrimis von H. P. Karr sind der ideale Krimigenuss – am Stück oder auch für zwischendurch.
 

H.P. Karr:
Ein  Fall für Kommissarin Katja Kampp
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© Nachdruck/Veröffentlichung  honorarfrei
 


Samstag, 19. Juni 2021

Blaise Pascal

 Blaise Pascal: Vorreiter des Existenzialismus

Am 19. Juni 1623 wurde der französische Schriftsteller und Mathematiker Blaise Pascal († 1662) in Clermont-Ferrand geboren. Der Sohn einer kultivierten Beamtenfamilie war – wie viele Zwilling-Geborene – von Zahlen fasziniert und galt schon in jungen Jahren als mathematisches Genie. Später wandte er sich auch religiösen und philosophischen Fragen zu. Berühmt wurde er durch seine unvollendet gebliebene Aphorismensammlung »Pensées«, an der er seit 1654 arbeitete. Dieses Werk und sein gesamtes philosophisches Denkgebäude beinflussten Sören Kierkegaard (1813–1855), Friedrich Nietzsche (1844–1900) und den Existenzialismus.

Die von Blaise Pascal 1642 erfundene »Pascaline« war ...

eine Rechenmaschine
eine Vakuumpumpe
ein Schach-Roboter

H. P. Karr:

Unkraut vergeht nicht


Jacoby fluchte, weil er mit dem Unkraut zwischen den Hortensien und den Rosen einfach nicht fertigwurde. Seit einer halben Stunde zupfte und jätete er jetzt schon. Sein Kreuz schmerzte. Sein Nacken brannte. Man war eben nicht mehr der Jüngste.
»Zähes Zeug, was?«
Wenn Jacoby etwas nicht gebrauchen konnte, dann war es ein Kommentar von Römer. Sein Gartennachbar stand am Zaun, in adretter Pflanzschürze und mit einem schicken Strohhut auf dem Kopf, als ginge es hier um ein Casting für Germany's Next Top-Gärtner. Am liebsten hätte Jacoby mit seiner Hacke auf Römers Füße eingehackt, auf die er aus seiner Hocke vorm Rosenbeet starrte.
»Unkraut eben!«, brummte Jacoby stattdessen. Er war ein schwerfälliger, untersetzter Mann, Ende vierzig. Vor einem halben Jahr hatte er die Immobilie neben Römer gekauft: freistehendes Einfamilienhaus mit hundertfünfzig Quadratmetern Wohnfläche und knapp fünfhundert Quadratmetern Garten. Ein Traum. Wäre da nicht die Nachbarschaft. Bis jetzt hatte Jacoby es immer geschafft, rechtzeitig im Haus zu verschwinden, wenn Römer in seinem Gärtner-Outfit drüben auftauchte, um zu säen, zu jäten, zu mähen.
»Kommst du, Liebling?« Römers Frau hatte den Kaffeetisch auf der Terrasse gedeckt. Jacoby drehte die Augen nach oben. Römer streckte ihm die Hand entgegen. »Römer! Zeit, dass wir uns kennenlernen.«
Jacoby überwand sich. »Jacoby. Auf gute Nachbarschaft!«
Römer machte eine großzügige Geste. »Dann kommen Sie doch am besten gleich mit Ihrer Frau auf eine Tasse Kaffee herüber.«


Claudia kam aus dem Bad. Die Nachtcreme glänzte auf ihrem Gesicht. Römer machte die Augen zu.
»Seltsame Leute, diese Jacobys«, sagte Claudia und ließ sich ins Bett fallen. Römer tat weiter so, als ob er schliefe, obwohl er wusste, dass das Claudia nicht daran hindern würde, weiter auf ihn einzureden. Wahrscheinlich redete sie auch auf ihn ein, wenn er gar nicht da war.
»Was sie an diesem alten Kerl findet, frage ich mich«, murmelte Claudia. »Die beiden sind doch mindestens zwanzig Jahre auseinander.« Sie machte das Licht aus und seufzte. »Na ja, wo Liebe hinfällt.«
Das fragte sich Römer inzwischen manchmal auch – und vor allem fragte er sich, wo die Liebe hinging, wenn sie starb.

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