Donnerstag, 5. August 2021

Mord nach Rezept - Band 8

H. P. Karr:

Unkraut vergeht nicht


Jacoby fluchte, weil er mit dem Unkraut zwischen den Hortensien und den Rosen einfach nicht fertigwurde. Seit einer halben Stunde zupfte und jätete er jetzt schon. Sein Kreuz schmerzte. Sein Nacken brannte. Man war eben nicht mehr der Jüngste.
»Zähes Zeug, was?«
Wenn Jacoby etwas nicht gebrauchen konnte, dann war es ein Kommentar von Römer. Sein Gartennachbar stand am Zaun, in adretter Pflanzschürze und mit einem schicken Strohhut auf dem Kopf, als ginge es hier um ein Casting für Germany's Next Top-Gärtner. Am liebsten hätte Jacoby mit seiner Hacke auf Römers Füße eingehackt, auf die er aus seiner Hocke vorm Rosenbeet starrte.
»Unkraut eben!«, brummte Jacoby stattdessen. Er war ein schwerfälliger, untersetzter Mann, Ende vierzig. Vor einem halben Jahr hatte er die Immobilie neben Römer gekauft: freistehendes Einfamilienhaus mit hundertfünfzig Quadratmetern Wohnfläche und knapp fünfhundert Quadratmetern Garten. Ein Traum. Wäre da nicht die Nachbarschaft. Bis jetzt hatte Jacoby es immer geschafft, rechtzeitig im Haus zu verschwinden, wenn Römer in seinem Gärtner-Outfit drüben auftauchte, um zu säen, zu jäten, zu mähen.
»Kommst du, Liebling?« Römers Frau hatte den Kaffeetisch auf der Terrasse gedeckt. Jacoby drehte die Augen nach oben. Römer streckte ihm die Hand entgegen. »Römer! Zeit, dass wir uns kennenlernen.«
Jacoby überwand sich. »Jacoby. Auf gute Nachbarschaft!«
Römer machte eine großzügige Geste. »Dann kommen Sie doch am besten gleich mit Ihrer Frau auf eine Tasse Kaffee herüber.«


Claudia kam aus dem Bad. Die Nachtcreme glänzte auf ihrem Gesicht. Römer machte die Augen zu.
»Seltsame Leute, diese Jacobys«, sagte Claudia und ließ sich ins Bett fallen. Römer tat weiter so, als ob er schliefe, obwohl er wusste, dass das Claudia nicht daran hindern würde, weiter auf ihn einzureden. Wahrscheinlich redete sie auch auf ihn ein, wenn er gar nicht da war.
»Was sie an diesem alten Kerl findet, frage ich mich«, murmelte Claudia. »Die beiden sind doch mindestens zwanzig Jahre auseinander.« Sie machte das Licht aus und seufzte. »Na ja, wo Liebe hinfällt.«
Das fragte sich Römer inzwischen manchmal auch – und vor allem fragte er sich, wo die Liebe hinging, wenn sie starb.

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Mord nach Rezept – Band 8: Zwei Dutzend kleine Verbrechen zwischendurch

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Samstag, 31. Juli 2021

Künstlernamen von Hollywood-Stars

Künstlernamen von Hollywood-Stars  

Vincent Leonard Price (1911 - 1993) bekannt als Vincent Price
Béla Ferenc Dezsõ Blaskó (1882 - 1956)  bekannt als Bela Lugosi
Donald Wayne (*1949) besser bekannt als Don Johnson
Lino Borrini (1919 - 1987) besser bekannt  Lino Ventura
Maurice Micklewhite (*1933) besser bekannt  Michael Caine
Alec Guinness de Cuffe (1914 - 2000) besser bekannt  Alec Guinness
Lucy Johnson  (1922 - 1990) besser bekannt  Ava Gardner
Ruby Stevens  (1907 - 1990) besser bekannt  Barbara Stanwyck
Carlos Irwin Estevez  (* 1965) besser bekannt  Charlie Sheen
Christian Hawkins (*1969) besser bekannt  Christian Slater

Donnerstag, 29. Juli 2021

 Vollbart mit Folgen

  Von Michael Rolandt

 Hubert war ein ‚junger Mann und als Kunststudent, der er war, fühlte er sich verpflichtet, seinem Äußeren ein seiner Beschäftigung entsprechendes Aussehen zu geben. Kurz gesagt, Hubert ließ sich einen Bart wachsen. Ein  schöner, dichter Vollbart zierte schon nach wenigen Wochen sein Gesicht und verlieh ihm, wie er sich vor dem Spiegel eingestand, etwas vom dem Flair und der Ausstrahlung, die man seiner Meinung nach von einem künstlerisch Schaffenden erwartete.
  Stolz bestieg er am Ende der Semesterferien den Bus zur Universität, um einen Kommilitonen die Lockenpracht unter seinen Kinn vorzuführen.
  Der Bus war vollbesetzt, so dass Hubert neben der Tür stehen bleiben musste. Zufrieden bemerkt er, wie sich die Aufmerksamkeit der anderen Fahrgäste allgemein seinen Bart zuwandte.
  Auf einmal erhob sich ein älterer Herr von seinem Sitzplatz, tippte Hubert auf die Schulter und sagte: »Bitte, setzen Sie sich doch, Opa!«
  Ein junges Mädchen kicherte, zwei ältere Damen steckten tuschelnd die Köpfe zusammen und Hubert spürte, wie ihm die Röte ins Gesicht schoss. Er war auf dem besten Wege, sich lächerlich zu machen. Und die ganze Vorfreude über das Erstaunen, das sein Vollbart bei seinen Mitstudenten auslösen würde, verflog wie Staub im Wind.
  »Sie brauchen sich nicht zu genieren, Opa!«, forderte ihn der ältere Herr nun noch einmal auf. »Nehmen Sie ruhig Platz. Ich kann bis zur nächsten Haltestelle stehen!«
  »Aber natürlich, gern!« Hubert lächelte, doch durch den dichten Bart konnte leider niemand sein Lächeln sehen. Hubert setzte sich. »Außerordentlich freundlich von Ihnen, vielen Dank.« Hubert griff in die Hosentasche und holte eine Mark heraus. Er drückte sie dem älteren Herrn etwas in die Hand. »Hier, damit du dir ein Eis kaufen kannst, mein Junge!«

 

 

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.





Dabei ist der Leser bei diesen fünfzig Ratekrimis von H.P. Karr immer auf Augenhöhe mit der ebenso charmanten wie smarten Ermittlerin. Gemeinsam mit ihr kann er den Tätern auf Spur kommen. Denn in jeder Story gibt es mindestens einen Hinweis, der den Täter überführt. Ist es ein falsches Alibi, eine dreiste Lüge oder ganz ein dummer Fehler im Mordplan?
Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

H.P. Karr
Ein Fall für Kommissarin Katja Kampp
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Nur eine kurze Begegnung

Nur eine kurze Begegnung

Von Richard Janssen

In der Nacht war ein Gewitter über der Stadt niedergegangen. Als ich am Morgen zur Arbeit ging, schimmerten die Gehsteige und die Blätter der Chausseebäume noch matt in der Feuchtigkeit des nächtlichen Regens. Ich genoß die Kühle der Morgenstunde. Das würde bestimmt wieder ein schöner warmer Sommertag werden!
   Als ich die Straße überqueren wollte, stutzte ich plötzlich. Was war denn das? Ein kleines Wesen, das beinahe wie ein Wollknäuel auf vier Beinen aussah, tappte unbeholfen auf der verkehrsreichen Fahrbahn dahin, und nur ein Wunder schien es bisher vor den Rädern der vorüberbrausenden Autos bewahrt zu haben.
   Der kleine herrenlose Hund hatte sich wohl während einer Entdeckungsreise verlaufen und stand nun hilflos mitten auf dem Asphalt, weil er offensichtlich nicht wusste, wie er den vorüberbrausenden Chaos aus Autos, Motorrädern und Fußgängern entkommen sollte.
   Behutsam nahm ich den kleinen Kerl auf den Arm. Das Hündchen fühlte sich offenbar dort sehr wohl, denn es rollte sich zusammen, leckte dankbar meine Hand und schaute mich aus großen braunen Augen an.
   In diesem Augenblick schlossen wir beide Freundschaft, Dickerchen und ich. Ich nahm den kleinen Foxterrier, denn dieser Rasse konnte man Dickerchen zum größten Teil zurechnen, mit in meine Wohnung, und als habe er schon jahrelang dort gewohnt, belegte er sofort einen der Sessel im Wohnzimmer mit Beschlag. Ich machte ihm etwas zu Fressen und versicherte mich seiner ewigen Dankbarkeit, indem ich ihm auch noch am nächsten Tag einen Knochen aus Gummi kaufte, mit dem er spielen konnte.
   Während ich tagsüber arbeitete, blieb Dickerchen daheim und hütete das Haus. Kam ich abends nach Hause, empfing er mich mit fröhlichen Gebell und tobte solange um meine Füße herum, bis ich mich hinabbeugte und mit ihm spielte.
   Doch leider dauerte unser kleines Glück nicht lange. Der Hausbesitzer hatte von Dickerchen erfahren und er verlangte, das Dickerchen aus dem Haus geschafft würde. Jeder Versuch, eine andere Einigung zu seriellen war zwecklos.
   Schweren Herzens versuchte ich alles, um ein neues Heim für Dickerchen zu finden. Nach einiger Zeit fand ich schließlich eine entfernte Cousine, die auf einen Bauernhof lebte und die Sich bereit erklärte, Dickerchen bei sich aufzunehmen.
   Es war inzwischen Herbst geworden, und als ich Dickerchen an die Leine nahm, um ihn hinaus aufs Land zu bringen, wuchsen schon die Heckenrosen über die Zaungitter. Dickerchen schien zu spüren, dass etwas nicht in Ordnung war, denn er trottete traurig neben mir her, ohne wie gewöhnlich ungeduldig an der Leine zu zerren.
   Es war Abend geworden, als ich mit ihm bei meiner Cousine eintraf. Als ich die beiden nach einer kurzen Pause wieder verließ, musste Dickerchen mit der Leine am Tischbein festgebunden werden, weil er dauernd versuchte, mir nachzulaufen.
   Er tat mir schrecklich leid, der kleine Bursche, wie er da auf dem Küchenboden saß und leise winselte, weil ihn die Leine festhielt, als ich zur Tür hinausging. Doch es gab keine andere Lösung.
   Das alles geschah vor beinahe einem Jahr. Ich habe Dickerchen seitdem nie wiedergesehen, doch aus den Anrufen meiner Cousine weiß ich, dass es ihm gut geht. Oft habe ich mit den Gedanken gespielt, einmal hinauszufahren und nach ihm zu sehen, doch dann bin ich immer wieder daheimgeblieben.

 

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.




Dabei ist der Leser bei diesen fünfzig Ratekrimis von H.P. Karr immer auf Augenhöhe mit der ebenso charmanten wie smarten Ermittlerin. Gemeinsam mit ihr kann er den Tätern auf Spur kommen. Denn in jeder Story gibt es mindestens einen Hinweis, der den Täter überführt. Ist es ein falsches Alibi, eine dreiste Lüge oder ganz ein dummer Fehler im Mordplan?
Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

H.P. Karr
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Richard Janssen:
Nur eine kurze Begegnung / Dickerchen
© by author / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
7/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung

Dienstag, 27. Juli 2021

Frühstück

 Frühstück

Von Richard Janssen

»Ich habe«, sagte Frau Neumann am Frühstückstisch, »bei Grotemanns im Schaufenster ein herrliches Service gesehen. Findest du nicht auch, dass wir wieder einmal neues Geschirr brauchten, Willi?«
   Herr Neumann lugte angriffslustig über den Rand seiner Morgenzeitung und fixierte sein Eheweib mit einem strengen Blick.
   »Nein, Hermine!«, sagte er nach einer Weile. »Ich finde nicht, dass wir neues Geschirr brauchen.«
   »Und warum nicht?«, wollte sie wissen. Es klimperte, als sie mit dem Teelöffel ihren Kaffee umrührte. »Schließlich benutzen wir dieses Geschirr schon seit fünf Jahren und mittlerweile ist das Dekor unmodern geworden!«
   »Kannst du mir vielleicht sagen, liebe Hermine, wozu ein Service dient?«, wollte Herr Neumann nun mit sanfter Ironie wissen.
   »Nun, man isst von den Tellern, trinkt aus den Tassen und …«
   »Und ist für irgendeine dieser Funktionen das Dekor des Service von Bedeutung?«, unterbrach Herr Neumann seine Frau. Er sah sie mit einem triumphierenden Blick an.
   »Nein!«, musste sie gestehen.
   »Genau«, sagte er. »Es ist egal, ob der Teller, von dem man seinen Sauerbraten isst, mit Blümchen bemalt ist, ob er einen goldenen Rand hat und ob der geriffelt oder glatt ist. Deshalb brauchen wir kein neues Service!«
   Tiefes Schweigen breitete sich am Tisch aus und das Frühstück nahm seinen Fortgang. Frau Neumann biss in ihr Honigbrötchen und trank einen Schluck Kaffee. Herr Neumann blätterte den Sportteil der Zeitung auf und widmete sich der Bundesligatabelle.
   »Willi«, meldete sich Frau Neumann nach einigen Minuten wieder zaghaft zu Wort. »Ich glaube, wir brauchen doch ein neues Service.«
   »Und warum, meine Liebe?«, erkundigte er sich, ohne den Blick von der Zeitung zu heben.
   »Nun, wenn nun plötzlich ein Stück von diesem Service kaputtgeht und sich bei uns gerade Besuch angesagt hat! Kannst du dir vorstellen, wie peinlich es wäre, ein unvollständiges Service aufzudecken?«
   »Das sehe ich ein!«, erwiderte Herr Neumann mit unerwarteter Kompromissbereitschaft. »Nur - das Service ist doch vollständig, oder?«
   »Noch ist es vollständig, ja!«, musste Frau Neumann zugeben.
   »Und wenn ein Teller in die Brüche geht, kann man ihn nachkaufen, oder?«
   »Leider nicht«, sagt Frau Neumann bedauernd. »Ich sagte doch vorhin schon, dass das Dekor unmodern ist und dieses Service nicht mehr hergestellt wird. Wenn nun plötzlich ein Teil zerbricht.«
   »Bis heute ist aber noch kein Teil zerbrochen!«, braust Herr Neumann auf und schlägt mit der Faust auf den Tisch. Seine Kaffeetasse klirrt samt Untertasse auf den Boden. Betroffen starrt Herr Neumann auf die Scherben.
   »Schade um das schöne alte Service«, sagte Frau Neumann. »Aber ich habe neulich bei Grotmanns im Schaufenster ein herrliches neues Service gesehen...«

 

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.




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Richard Janssen: Frühstück
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7/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung
   
  

Montag, 26. Juli 2021

In Furta

In Furta

Von Michael Rolandt

Irgendwo an der Mittelmeerküste liest Furta, ein kleines Fischerdorf, das noch nicht von den Touristenströmen überschwemmt worden ist. Nur ab und zu verirrt sich ein ortskundiger Reisender in Julios kleines Gasthaus, das ein klein wenig versteckt hinter einer Biegung der Dorfstraße liegt.
   Ich widmete mich dort gerade einer köstlichen Spezialität aus Meerestieren, als der Mann die niedrige, dämmerige Gaststube betrat und sich suchend umblickte. Er war ein wenig außer Atem, dieser stämmige Mann mit der bleichen, typisch deutschen Gesichtsfarbe und dem bunten Touristenhemd.
   Er nahm von mir keine Notiz und setzte sich an einen der grob gezimmerten Holztische.
   Julio eilte diensteifrig aus der Küche herbei, seine Hände noch schnell an einem nicht mehr ganz sauberen Handtuch abtrocknend, was den Gast zu einem indignierten Blick veranlasste.
   »Du sprichst deutsch?«, fragte der Gast herablassend.
   Julio nickte und erkundigte sich nach den Wünschen seines Besuchers.
   » Schweinshaxe!«, verlangte der Mann. »Mit Knödel und Bayrisch Kraut. Habt ihr sowas?« Julio zog die Schultern in die Höhe und warf mir einen vielsagenden Blick zu. Dann machte er sich daran, seinem Gast zu erklären, dass er keine Schweinshaxe und schon gar kein Bayerisch Kraut auf der Karte hatte. Bevor der Mann den Wortschwall loswerden konnte, zu dem er gerade Atem schöpfte, hatte ich mich an seinen Tisch gesetzt.
   »Wo soll Julio denn Bayerisch Kraut und Schweinshaxe herbekommen?«, fragte ich. »Vielleicht darf ich Ihnen stattdessen die Spezialität des Hauses empfehlen.«
   Mein Landsmann sah mich fragend, erstaunt und beleidigt an.
   »Ich habe schließlich teuer für meinen Urlaub bezahlt!«, platzte er schließlich heraus. »Und da sehe ich nicht ein, dass ich auf mein gutes Essen verzichten soll! »
   »Sehen Sie«, lächelte ich, »wenn Sie Bayerisch Kraut und Schweinhaxe essen wollen, wäre es besser gewesen, in Deutschland zu bleiben. Dort kann man das Kraut und die Haxe erstens besser zubereiten, und zweitens ist es dort nicht so heiß wie hier. Mit dieser Mahlzeit im Magen tun Sie sich bei dieser Hitze bestimmt nichts Gutes,
   »Was bilden Sie sich eigentlich ein?«, funkelte der Mann mich an. » Warum sollte ich denn dieses schreckliche Zeug aus Meerestieren essen?«
   »Sie sagten doch eben, dass Sie hier Urlaub machen!«, meinte ich. »Doch ich habe das Gefühl, dass Sie unter Urlaub nur verstehen, möglichst lange in der Sonne zu liegen und möglichst braun zu werden! Sehen Sie, ich komme jedes Jahr hierher nach Furta, ich lebe bei den Fischern, fahre mit ihnen hinaus und sitze abends mit ihnen zusammen, wenn sie ihre Geschichten erzählen. Und ich esse von ihren Speisen, trinke ihren Wein. Einen guten Wein, nebenbei bemerkt. Obwohl ich mich manchmal mehr anstrenge als in meinem Beruf, finde ich hier Erholung. Das ist es, was ich unter Urlaub verstehe...«
   Der Gast starrte mich nachdenklich an.
   »Ist die Spezialität des Hauses wirklich so gut?«, fragte er skeptisch.
   Ich nickte.
   Mit der tastenden Vorsicht eines Schlittschuhläufers auf einer dünnen Eisdecke bestellte der Gast bei Julio. Als schließlich der Teller mit der dampfenden Mahlzeit vor ihm stand, probierte er skeptisch, bevor er anerkennend nickte und weiteraß. »Köstlich!«, meinte er dann.
   Seitdem habe ich Krämer, wie der Gast heißt, mehrere Male in Julios Kneipe wiedergetroffen.

   

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.



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Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

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Sonntag, 25. Juli 2021

Am Nachmittag

Am Nachmittag

 Lovestory von Helen Graf

 Sylvia öffnete leise die Wohnungstür. Aus dem Wohnzimmer klang leise Musik. Auf Zehenspitzen schlich Sylvia durch die Diele. Hans  lag auf dem Bauch vor dem Plattenspieler und studierte gerade ein dickes Buch. Ein Stapel Blätter lag neben ihm auf dem Boden. Er hatte sich Notizen gemacht. Zwischen den Zähnen hielt er einen Bleistift, während er sich mit Zeigefinger und Daumen der rechten Hand nachdenklich das Ohrläppchen rieb.
  »Störe ich dich?«, fragte sie.
  Er hob den Blick und schien keineswegs überrascht, sie hier zu sehen.
  »Aber nein, Liebes!«, sagte er und erhob sich‚ um sie in die Arme zu nehmen. »Ich glaube, ich habe für heute genug für mein Studium gearbeitet. Aber du machst so einen bekümmerten Eindruck - ist etwas passiert?«
  Sie legte den Kopf an seine Brust und spürte, wie seine Hand zärtlich über ihr Haar glitt.
  »Ja«, flüsterte sie. »Es ist etwas passiert. Du kennst doch meinen Vater...«
  »Ja, deinen Vater!«, sagte Hans mit belegter Stimme. »Paul Krumm, einer der reichsten und angesehensten Männer in der Stadt. Er bringt einem armen, mittelosen Studenten wie mir wohl keine großen Sympathien entgegen!«
  »Er möchte, dass ich einen reichen Brauereierben heirate!«, gestand sie ihm. »Heute Morgen am Frühstückstisch hat er mir gesagt, dass der junge Mann zum Wochenende zu uns kommt. Er wird bei uns wohnen, damit wir uns näher kennenlernen können!«
  »Und was hast du gesagt?«, fragte Hans.
  »Ich habe ihm klargemacht, dass ich nur dich liebe, und dass ich dich heiraten möchte, sobald du dein Examen bestanden hast. Und weißt du, wie Vater dich daraufhin genannt hat? Einen Mitgiftjäger! Für ihn bist du nur ein Mann, der sich an die Erbin einer großen Firma und eines noch größeren Vermögens herangemacht hat!«
  »Ich kann die Haltung deines Vaters verstehen!«, entgegnete der junge Mann. »Er kann ja nicht wissen, was ich für dich empfinde. Ich liebe dich, nicht das Geld, das du irgendeinmal haben wirst. Ich würde dich auch lieben, wenn du arm wie eine Kirchenmaus wärst...«
  »Vater ist daraufhin sehr wütend geworden!«, fuhr Sylvia fort. Als er erkannte, dass ich fest entschlossen bin, zu dir zu halten, hat er seinen Rechtsanwalt angerufen.«
  »Seinen Rechtsanwalt?« Hans runzelte die Stirn »Wozu hat er das getan?«
  »Er möchte heute Nachmittag sein Testament ändern. 'Wenn dieser Student dich so eingewickelt hat‹, hat er gesagt, ›dass du nicht mehr von ihm loskommst, dann soll er nicht auch noch mein ganzes Vermögen in die Hände bekommen, wenn ich einmal sterben sollte. Ich werde dich enterben!‹ Er will  ein neues Testament aufsetzen, in dem  sein ganzer Besitz und die Firma nach seinem Tod in eine wohltätige Stiftung übergehen soll. Nur, weil er verhindern möchte, dass eine reiche Frau bekommst!«
  »Aber Liebes!« Er sah sie erstaunt an. »Das ist doch kein Grund, traurig zu sein. Jetzt  können wir endlich unbelastet von allem heiraten! Niemand wird mehr denken, dass ich es darauf abgesehen habe, eine reiche Erbin zu heiraten. Denn ich liebe dich so, wie du bist, Sylvia, ob du nun eine Million erbst oder nicht. Wir werden uns eine eigene Existenz aufbauen. Ich werde für unserem Glück arbeiten... aber was ist denn, du weinst ja?«
  »Verzeih mir!« flüsterte sie. »Für einen Augenblick hatte ich wirklich gedacht, dass du dich von mir trennen würdest, wenn du die Neuigkeit erfährst. Verzeih, dass ich gezweifelt habe!«


  Wussten Sie schon,

  ...dass ein Steckenpferd nicht unbedingt ein Hengst sein muß?
  ...dass nicht jede Geige ein Streichholz ist, auch wenn man darauf zündende Musik machen kann?
  ...dass man einen Flügel auch streichen kann? Allerdings nur mit Spezialfarbe.
  ...dass nicht jeder Bayer in Leverkusen hergestellt worden ist?
  ...dass Schiffe zwar oft einen Mast haben; seltener aber einen Darm?
  ...dass es zwar Strumpfhosen, aber keine Strumpfjacken gibt?
  ...dass es zwar Strumpfhosenträgerinnen, aber keine Strumpfhosenträger gibt? ( Gürtel aber auch nicht! )

 

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.





Dabei ist der Leser bei diesen fünfzig Ratekrimis von H.P. Karr immer auf Augenhöhe mit der ebenso charmanten wie smarten Ermittlerin. Gemeinsam mit ihr kann er den Tätern auf Spur kommen. Denn in jeder Story gibt es mindestens einen Hinweis, der den Täter überführt. Ist es ein falsches Alibi, eine dreiste Lüge oder ganz ein dummer Fehler im Mordplan?
Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

H.P. Karr
Ein Fall für Kommissarin Katja Kampp
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