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Donnerstag, 29. Juli 2021

Nur eine kurze Begegnung

Nur eine kurze Begegnung

Von Richard Janssen

In der Nacht war ein Gewitter über der Stadt niedergegangen. Als ich am Morgen zur Arbeit ging, schimmerten die Gehsteige und die Blätter der Chausseebäume noch matt in der Feuchtigkeit des nächtlichen Regens. Ich genoß die Kühle der Morgenstunde. Das würde bestimmt wieder ein schöner warmer Sommertag werden!
   Als ich die Straße überqueren wollte, stutzte ich plötzlich. Was war denn das? Ein kleines Wesen, das beinahe wie ein Wollknäuel auf vier Beinen aussah, tappte unbeholfen auf der verkehrsreichen Fahrbahn dahin, und nur ein Wunder schien es bisher vor den Rädern der vorüberbrausenden Autos bewahrt zu haben.
   Der kleine herrenlose Hund hatte sich wohl während einer Entdeckungsreise verlaufen und stand nun hilflos mitten auf dem Asphalt, weil er offensichtlich nicht wusste, wie er den vorüberbrausenden Chaos aus Autos, Motorrädern und Fußgängern entkommen sollte.
   Behutsam nahm ich den kleinen Kerl auf den Arm. Das Hündchen fühlte sich offenbar dort sehr wohl, denn es rollte sich zusammen, leckte dankbar meine Hand und schaute mich aus großen braunen Augen an.
   In diesem Augenblick schlossen wir beide Freundschaft, Dickerchen und ich. Ich nahm den kleinen Foxterrier, denn dieser Rasse konnte man Dickerchen zum größten Teil zurechnen, mit in meine Wohnung, und als habe er schon jahrelang dort gewohnt, belegte er sofort einen der Sessel im Wohnzimmer mit Beschlag. Ich machte ihm etwas zu Fressen und versicherte mich seiner ewigen Dankbarkeit, indem ich ihm auch noch am nächsten Tag einen Knochen aus Gummi kaufte, mit dem er spielen konnte.
   Während ich tagsüber arbeitete, blieb Dickerchen daheim und hütete das Haus. Kam ich abends nach Hause, empfing er mich mit fröhlichen Gebell und tobte solange um meine Füße herum, bis ich mich hinabbeugte und mit ihm spielte.
   Doch leider dauerte unser kleines Glück nicht lange. Der Hausbesitzer hatte von Dickerchen erfahren und er verlangte, das Dickerchen aus dem Haus geschafft würde. Jeder Versuch, eine andere Einigung zu seriellen war zwecklos.
   Schweren Herzens versuchte ich alles, um ein neues Heim für Dickerchen zu finden. Nach einiger Zeit fand ich schließlich eine entfernte Cousine, die auf einen Bauernhof lebte und die Sich bereit erklärte, Dickerchen bei sich aufzunehmen.
   Es war inzwischen Herbst geworden, und als ich Dickerchen an die Leine nahm, um ihn hinaus aufs Land zu bringen, wuchsen schon die Heckenrosen über die Zaungitter. Dickerchen schien zu spüren, dass etwas nicht in Ordnung war, denn er trottete traurig neben mir her, ohne wie gewöhnlich ungeduldig an der Leine zu zerren.
   Es war Abend geworden, als ich mit ihm bei meiner Cousine eintraf. Als ich die beiden nach einer kurzen Pause wieder verließ, musste Dickerchen mit der Leine am Tischbein festgebunden werden, weil er dauernd versuchte, mir nachzulaufen.
   Er tat mir schrecklich leid, der kleine Bursche, wie er da auf dem Küchenboden saß und leise winselte, weil ihn die Leine festhielt, als ich zur Tür hinausging. Doch es gab keine andere Lösung.
   Das alles geschah vor beinahe einem Jahr. Ich habe Dickerchen seitdem nie wiedergesehen, doch aus den Anrufen meiner Cousine weiß ich, dass es ihm gut geht. Oft habe ich mit den Gedanken gespielt, einmal hinauszufahren und nach ihm zu sehen, doch dann bin ich immer wieder daheimgeblieben.

 

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.




Dabei ist der Leser bei diesen fünfzig Ratekrimis von H.P. Karr immer auf Augenhöhe mit der ebenso charmanten wie smarten Ermittlerin. Gemeinsam mit ihr kann er den Tätern auf Spur kommen. Denn in jeder Story gibt es mindestens einen Hinweis, der den Täter überführt. Ist es ein falsches Alibi, eine dreiste Lüge oder ganz ein dummer Fehler im Mordplan?
Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

H.P. Karr
Ein Fall für Kommissarin Katja Kampp
bei amazon

 

 

Richard Janssen:
Nur eine kurze Begegnung / Dickerchen
© by author / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
7/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung

Sonntag, 25. Juli 2021

Am Nachmittag

Am Nachmittag

 Lovestory von Helen Graf

 Sylvia öffnete leise die Wohnungstür. Aus dem Wohnzimmer klang leise Musik. Auf Zehenspitzen schlich Sylvia durch die Diele. Hans  lag auf dem Bauch vor dem Plattenspieler und studierte gerade ein dickes Buch. Ein Stapel Blätter lag neben ihm auf dem Boden. Er hatte sich Notizen gemacht. Zwischen den Zähnen hielt er einen Bleistift, während er sich mit Zeigefinger und Daumen der rechten Hand nachdenklich das Ohrläppchen rieb.
  »Störe ich dich?«, fragte sie.
  Er hob den Blick und schien keineswegs überrascht, sie hier zu sehen.
  »Aber nein, Liebes!«, sagte er und erhob sich‚ um sie in die Arme zu nehmen. »Ich glaube, ich habe für heute genug für mein Studium gearbeitet. Aber du machst so einen bekümmerten Eindruck - ist etwas passiert?«
  Sie legte den Kopf an seine Brust und spürte, wie seine Hand zärtlich über ihr Haar glitt.
  »Ja«, flüsterte sie. »Es ist etwas passiert. Du kennst doch meinen Vater...«
  »Ja, deinen Vater!«, sagte Hans mit belegter Stimme. »Paul Krumm, einer der reichsten und angesehensten Männer in der Stadt. Er bringt einem armen, mittelosen Studenten wie mir wohl keine großen Sympathien entgegen!«
  »Er möchte, dass ich einen reichen Brauereierben heirate!«, gestand sie ihm. »Heute Morgen am Frühstückstisch hat er mir gesagt, dass der junge Mann zum Wochenende zu uns kommt. Er wird bei uns wohnen, damit wir uns näher kennenlernen können!«
  »Und was hast du gesagt?«, fragte Hans.
  »Ich habe ihm klargemacht, dass ich nur dich liebe, und dass ich dich heiraten möchte, sobald du dein Examen bestanden hast. Und weißt du, wie Vater dich daraufhin genannt hat? Einen Mitgiftjäger! Für ihn bist du nur ein Mann, der sich an die Erbin einer großen Firma und eines noch größeren Vermögens herangemacht hat!«
  »Ich kann die Haltung deines Vaters verstehen!«, entgegnete der junge Mann. »Er kann ja nicht wissen, was ich für dich empfinde. Ich liebe dich, nicht das Geld, das du irgendeinmal haben wirst. Ich würde dich auch lieben, wenn du arm wie eine Kirchenmaus wärst...«
  »Vater ist daraufhin sehr wütend geworden!«, fuhr Sylvia fort. Als er erkannte, dass ich fest entschlossen bin, zu dir zu halten, hat er seinen Rechtsanwalt angerufen.«
  »Seinen Rechtsanwalt?« Hans runzelte die Stirn »Wozu hat er das getan?«
  »Er möchte heute Nachmittag sein Testament ändern. 'Wenn dieser Student dich so eingewickelt hat‹, hat er gesagt, ›dass du nicht mehr von ihm loskommst, dann soll er nicht auch noch mein ganzes Vermögen in die Hände bekommen, wenn ich einmal sterben sollte. Ich werde dich enterben!‹ Er will  ein neues Testament aufsetzen, in dem  sein ganzer Besitz und die Firma nach seinem Tod in eine wohltätige Stiftung übergehen soll. Nur, weil er verhindern möchte, dass eine reiche Frau bekommst!«
  »Aber Liebes!« Er sah sie erstaunt an. »Das ist doch kein Grund, traurig zu sein. Jetzt  können wir endlich unbelastet von allem heiraten! Niemand wird mehr denken, dass ich es darauf abgesehen habe, eine reiche Erbin zu heiraten. Denn ich liebe dich so, wie du bist, Sylvia, ob du nun eine Million erbst oder nicht. Wir werden uns eine eigene Existenz aufbauen. Ich werde für unserem Glück arbeiten... aber was ist denn, du weinst ja?«
  »Verzeih mir!« flüsterte sie. »Für einen Augenblick hatte ich wirklich gedacht, dass du dich von mir trennen würdest, wenn du die Neuigkeit erfährst. Verzeih, dass ich gezweifelt habe!«


  Wussten Sie schon,

  ...dass ein Steckenpferd nicht unbedingt ein Hengst sein muß?
  ...dass nicht jede Geige ein Streichholz ist, auch wenn man darauf zündende Musik machen kann?
  ...dass man einen Flügel auch streichen kann? Allerdings nur mit Spezialfarbe.
  ...dass nicht jeder Bayer in Leverkusen hergestellt worden ist?
  ...dass Schiffe zwar oft einen Mast haben; seltener aber einen Darm?
  ...dass es zwar Strumpfhosen, aber keine Strumpfjacken gibt?
  ...dass es zwar Strumpfhosenträgerinnen, aber keine Strumpfhosenträger gibt? ( Gürtel aber auch nicht! )

 

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.





Dabei ist der Leser bei diesen fünfzig Ratekrimis von H.P. Karr immer auf Augenhöhe mit der ebenso charmanten wie smarten Ermittlerin. Gemeinsam mit ihr kann er den Tätern auf Spur kommen. Denn in jeder Story gibt es mindestens einen Hinweis, der den Täter überführt. Ist es ein falsches Alibi, eine dreiste Lüge oder ganz ein dummer Fehler im Mordplan?
Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

H.P. Karr
Ein Fall für Kommissarin Katja Kampp
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Samstag, 17. April 2021

Nur eine kurze Begegnung

 Nur eine kurze Begegnung

 Von Richard Janssen

 In der Nacht war ein Gewitter über der Stadt niedergegangen. Als ich am Morgen zur Arbeit ging, schimmerten die Gehsteige und die Blätter der Chausseebäume noch matt in der Feuchtigkeit des nächtlichen Regens. Ich genoß die Kühle der Morgenstunde. Das würde bestimmt wieder ein schönes warmer Sommertag werden!
   Als ich die Straße überqueren wollte, stutzte ich plötzlich.
   Was war denn das? Ein kleines Wesen, das beinahe wie ein Wollknäuel auf vier Beinen aussah, tappte unbeholfen auf der  verkehrsreichen Fahrbahn dahin, und nur ein Wunder schien es bisher vor den Rädern der vorüberbrausenden Autos bewahrt zu haben.
   Der kleine herrenlose Hund hatte sich wohl während einer Entdeckungsreise verlaufen und stand nun hilflos mitten auf den Asphalt, weil er offensichtlich nicht wusste, wie er den vorüberbrausenden Chaos aus Autos, Motorrädern und Fußgängern entkommen sollte.
   Behutsam nahm ich den kleinen Kerl auf den Arm. Das Hündchen fühlte sich offenbar dort sehr wohl, denn es rollte sich zusammen, leckte dankbar meine Hand und schaute mich aus großen braunen Augen an.
   In diesem Augenblick schlossen wir beide Freundschaft,
   Dickerchen und ich. Ich nahm den kleinen Foxterrier, denn dieser Rasse konnte man Dickerchen zum größten Teil zurechnen, mit in meine Wohnung, und als habe er schon jahrelang dort gewohnt, belegte er sofort einen der Sessel im Wohnzimmer mit Beschlag. Ich machte ihm etwas zu Fressen und versicherte mich seiner ewigen Dankbarkeit, indem ich ihm auch noch am nächsten Tag einen Knochen aus Gummi kaufte, mit dem er spielen konnte.
   Während ich tagsüber arbeitete, blieb Dickerchen daheim und hütete das Haus. Kam ich abends nach Hause, empfing er mich mit fröhlichem Gebell und tobte solange um meine Füße herum, bis ich mich hinabbeugte und mit ihm spielte.
   Doch leider dauerte unser kleines Glück nicht lange. Der Hausbesitzer hatte von Dickerchen erfahren, und er verlangte, das Dickerchen aus dem Haus geschafft würde. Jeder Versuch, eine andere Einigung zu erzielen war zwecklos.
   Schweren Herzens versuchte ich alles, um ein neues Heim für Dickerchen zu finden. Nach einiger Zeit fand ich schließlich eine entfernte Cousine, die auf einem Bauernhof lebte und die sich bereit erklärte, Dickerchen bei sich aufzunehmen.
   Es war inzwischen Herbst geworden‚ und als ich Dickerchen an die Leine nahm, um ihn hinaus aufs Land zu bringen, wuchsen schon die Heckenrosen über die Zaungitter. Dickerchen schien zu spüren, dass etwas nicht in Ordnung war, denn er trottete traurig neben mir her, ohne wie gewöhnlich ungeduldig an der Leine zu zerren.
   Es war Abend geworden, als ich mit ihm bei meiner Cousine eintraf. Als ich die beiden nach einer kurzen Pause wieder verließ, musste Dickerchen mit der Leine an Tischbein festgebunden werden, weil er dauernd versuchte, mir nachzulaufen.
   Er tat mir schrecklich leid, der kleine Bursche, wie er da auf dem Küchenboden saß und leise winselte, weil ihn die Leine festhielt, als ich zur Tür hinausging. Doch es gab keine andere Lösung.
   Das alles geschah vor beinahe einem Jahr. Ich habe Dickerchen seitdem nie wiedergesehen, doch aus den Briefen meiner Cousine weiß ich, dass es gut geht. Oft habe ich mit dem Gedanken gespielt, einmal hinauszufahren und nach ihm zu sehen, doch dann bin ich immer wieder daheimgeblieben.
  


Alles nur aus Liebe – Band 2
Geschichten aus dem wahren Leben

Aufgezeichnet von Mara Mainau
Erneut hat Mara Mainau zwei Dutzend bewegende Lebens- und Liebesgeschichten aufgezeichnet und in diesem Sammelband zusammengestellt. Es sind nicht nur romantische Lovestories und offene Bekenntnisse, es sind oft auch dramatische Schicksalsberichte. Hier erzählen Frauen offen und ehrlich von den wichtigsten, entscheidenden und emotionalsten Phasen ihres Lebens. Es sind Geschichten über die Kraft der Liebe und die Macht des Schicksals.
Ebook bei amazon


Frühstück

Von Richard Janssen

"Ich habe", sagte Frau Neumann am Frühstückstisch, "bei Grotemanns im Schaufenster ein herrliches Service gesehen. Findest du nicht auch, dass wir wieder einmal neues Geschirr brauchten, Willy?"
   Herr Neumann lugte angriffslustig über den Rand seiner Morgenzeitung und fixierte sein Eheweib mit einem strengen Blick.
   "Nein, Hermine!", sagte er nach einer Weile. "Ich finde nicht, dass wir neues Geschirr brauchten!"
   "Und warum nicht?" wollte sie wissen. Es klimperte, als sie mit dem Teelöffel ihren Kaffee umrührte. "Schließlich benutzen wir dieses Geschirr schon seit fünf Jahren und mittlerweile ist das Dekor unmodern geworden!"
   "Kannst du mir vielleicht sagen, liebe Hermine, wozu ein Service dient?",, wollte Herr Neumann nun auf einmal mit sanfter Ironie wissen.
   "Nun, man isst von den Tellern, trinkt aus den Tassen und…"
   "Und ist für irgendeine dieser Funktionen das Dekor des Service von Bedeutung?", unterbrach Herr Neumann seine Frau. Er sah sie mit einem triumphierenden Blick an.
   "Nein!", musste sie gestehen.
   "Genau!", sagte. er. "Es ist egal, ob der Teller, von dem man seinen Sauerbraten isst, mit Blümchen bemalt ist, ob er einen goldenen oder einen silbernen Rand hat, ob er geriffelt
   oder glatt ist Deshalb brauchen wir kein neues Service!"
   ”Tiefes Schweigen breitete sich über dem Tisch aus und das Frühstück nahm seinen Fortgang. Frau Neumann biss in ihr Honigbrötchen und trank einen Schluck Kaffee. Herr Neumann blätterte den Sportteil der Zeitung auf und widmete sich der Bundesligatabelle.
   "Willy", meldete sich Frau Neumann nach einigen Minuten wieder zaghaft zu Wort, "ich glaube, wir brauchen doch  ein neues Service!2
   "Und warum, meine Liebe?", erkundigte er sich, ohne den Blick von der Zeitung zu heben.
   "Nun, wenn nun plötzlich ein Stück von diesem Service kaputtgeht und sich bei uns gerade Besuch angesagt hat! Kannst du dir vorstellen, wie peinlich es wäre, ein unvollständiges Service aufzudecken?"  
   "Das sehe ich ein!", erwiderte Herr Neumann mit unerwarteter Kompromissbereitschaft. "Nur - das Service ist doch vollständig, oder?"
   "Noch ist es vollständig, ja!", muss Frau Neumann zugeben.
   "Und wenn ein Teller in die Brüche geht, kann man ihn nachkaufen, oder?!
   "Leider nicht", sagt Frau Neumann bedauernd. "Ich sagte doch vorhin schon, dass das Dekor unmodern ist und dieses Service nicht mehr hergestellt wird. Wenn nun plötzlich ein Teil zerbricht?"
   "Bis heute ist aber noch kein Teil zerbrochen!", braust Herr Neumann auf und schlägt mit der Faust auf den Tisch. Seine Kaffeetasse verliert durch die Erschütterung das Gleichgewicht und klirrt samt Untertasse auf den Boden. Betroffen starrt Herr Neumann auf die Scherben.
   "Schade!«, sagte Frau Neumann, "um das schöne alte Service. Aber ich habe neulich bei Grotmanns im Schaufenster ein herrliches neues Service gesehen..."
   
  

Ebook bei amazon
H.P. Karr präsentiert

Mord nach Rezept - Band 10:
Die Retro-Edition - mit zwei Dutzend Krimis zurück in die Achtziger


Die Achtziger – das waren die Jahre, als man noch überall rauchen durfte, der Marlboro-Mann und der Camel-Tramp im Kino Werbung machten und die Hollywood-Hits »Dirty Dancing«, »Shining« und »Zurück in die Zukunft« hießen. Zum Telefonieren benutzte man Festnetztelefone, und wenn man unterwegs war, musste man sich zum Anrufen eine Telefonzelle suchen – das waren gelbe Kabinen mit einem Münztelefon und einem gestohlenen Telefonbuch.

Zwei Dutzend clevere Kriminalstorys aus der guten alten Zeit – als im Fernsehen immer dienstags »Dallas« lief und freitags »Derrick« ermittelte. Die Hits des Jahrzehntes waren »Take On Me« von a-ha , Nena mit »99 Luftballons« und natürlich »Jeanny« von Falco. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.

  

Richard Janssen: Nur eine kurze Begegnung
Richard Janssen: Frühstück
© by author / R.Jahn
Verbreitung nur mit Genehmigung
   
   
    

   

Freitag, 2. April 2021

Gespräch im Park

 Gespräch im Park

Kurzroman von Mara Mainau

Mit einer halben Stunde Verspätung kam sie zu den vereinbarten Treffpunkt im Stadtpark. Er hatte sich bereits ungeduldig von der Parkbank erhoben, auf der er gewartet hatte, und sich zum Fortgehen  gewandt, als sie endlich auftauchte. Ihr Gesicht drückte Besorgnis aus.
   »Was ist geschehen?«, fragte er. »Hat es wieder Streit gegeben?«
   Die junge Frau nickte bedrückt. »Ja. Vater hat mir wieder vorgeworfen, dass ich auf einen Mitgiftjäger hereingefallen bin. Er kann es einfach nicht glauben, dass ich dich wirklich liebe. Er nimmt immer noch an, dass du es nur auf die riesige Erbschaft abgesehen. hast, die ich einmal antreten werde, wenn Vater stirbt.«
   »Irgendwie kann ich die Haltung deines Vaters verstehen!«, sagte der junge Mann und legte seinen Arm um die schmalen Schultern des Mädchens. »Er hat sich in jahrelanger, mühevoller Arbeit zu einem der wohlhabendsten Bürger unserer Stadt emporgearbeitet. Ihm gehören verschiedene Firmen und ein großes Haus am Stadtrand. Und nun befürchtet er, dass das alles nach seinem Tod, wenn du es erbst, in Hände fallen könnte, die es nicht verdient haben!« Er zog sie an sich und sah sie lange an. »Aber du musst mir eines versprechen, Liebes. Du darfst es nicht glauben, was dein Vater über mich sagt. Ich möchte dich so schnell wie möglich heiraten, weil ich dich liebe, und nicht, weil du eine reiche Erbin bist. Das darfst du nie vergessen, versprichst du mir das?« |
   »Das kann ich dir sogar leicht versprechen!«, erwiderte sie mit einem erleichterten Unterton in der Stimme. »Vater hat nämlich beschlossen, dass ich nichts erben soll!«
   »Was?«, stieß er hervor.
   »Als ich ihm klar und deutlich sagte,  dass ich dich um jeden Preis  heiraten werde, hat er sofort seinen Rechtsanwalt zu sich bestellt. Er wird dafür sorgen, dass die Firmen und aller Besitz meines Vaters in eine Stiftung umgewandelt werden, deren Leitung nach seinem Tod in die Hände von  integeren Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, der Kirche und der Gemeinde übergeht. Was dann als sein Erbe für seine Angehörigen übrigbleibt, sind nur noch einige Tausend. Zuerst hielt ich das für einen verrückten Vorschlag, bis mir dann klar wurde, dass es die einzige Lösung ist. Jetzt können wir endlich unbelastet  heiraten.«
   »Er hat dich enterbt?«, stammelte der junge Mann fassungslos. »Und du willst, dass wir heiraten?«
   »Aber ja!« erwiderte sie.«
   »Und wovon sollen wir leben?«, wollte er wissen. »Ich verdiene nicht viel. ..«
   »Wir werden schon zurechtkommen!«, erklärte sie  optimistisch. »Gehen wir morgen zum Standesamt und bestellen das Aufgebot?«
   Er sah sie an und nahm ihre Hand. »Ich glaube«, sagte er dann langsam, »wir sollten es nicht übereilen. Wir müssen alles genau überlegen. Es ist eine schwerwiegende Entscheidung. Besonders jetzt, wo dein Vater sein Testament ändert...«
   »Ich habe dich schon verstanden!«, sagt die junge Frau bitter. »Du hast in mir nur die reiche Erbin gesehen. Wirklich geliebt hast du mich nicht. Mein Vater hatte von Anfang an recht.« Sie erhob sich. »Er hat sein Testament übrigens gar nicht geändert. Das war nur eine Prüfung, vor die ich dich gestellt habe. Ich wollte endlich Klarheit haben, ob du mich nur um meiner selbst oder meines Geldes wegen liebst. Und jetzt habe ich die Antwort gefunden.«
   Sie wandte sich auf dem Absatz um und ging mit schnellen, sicheren Schritten davon.

  

Alles nur aus Liebe – Band 2
Geschichten aus dem wahren Leben

Aufgezeichnet von Mara Mainau
Erneut hat Mara Mainau zwei Dutzend bewegende Lebens- und Liebesgeschichten aufgezeichnet und in diesem Sammelband zusammengestellt. Es sind nicht nur romantische Lovestories und offene Bekenntnisse, es sind oft auch dramatische Schicksalsberichte. Hier erzählen Frauen offen und ehrlich von den wichtigsten, entscheidenden und emotionalsten Phasen ihres Lebens. Es sind Geschichten über die Kraft der Liebe und die Macht des Schicksals.
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»Meine Mutter verführte meinen Mann.«

Meine Mutter fand meinen zukünftigen Mann nett. Was sie wirklich darunter verstand, das fand ich erst heraus, als es schon zu spät war. Aus meiner Mutter war eine Rivalin geworden.

»Ich habe meinen Mann in den Tod getrieben.«

Ich wollte doch nur das Beste - für meinen Mann, für mich, für unsere Ehe. Doch erst als es zu spät war, begriff ich, dass ich Thorwald mit meinen Ansprüchen in den Tod getrieben habe.



Credits:
Mara Mainau: Gespräch im Park
© by author / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
4/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung

Mittwoch, 31. März 2021

Entscheidung im Park / Das Geheimnis im Keller

Entscheidung im Park

Von Michael Rolandt

Die Sonne meint es gut. Schon den ganzen Tag scheint sie auf den Stadtpark und auf den zahlreichen Bänken am Wegesrand genießen die Menschen die warmen Strahlen mit geschlossenen Augen und in den Nacken gelegten Kopf. In der leuchtenden Rhododendren-Pflanzung summen noch einige Bienen. Unter den duftenden Blütenzweigen hat sich auf einer einsamen Bank ein junges Paar niedergelassen.
  Sie sind beide kaum zwanzig Jahre alt, ein sportlicher junger Mann und ein hübsches, blondes Mädchen. Sie trägt ein schulterfreies Kleid aus einem leichten, bunten Stoff, das in einem reizvollen Kontrast zu dem gesunden Bronzeton ihrer sonnengebräunten Haut steht.
  Der Junge hat seinen Arm um die Schultern des Mädchens gelegt und nachdem sie sich in die Augen gesehen haben, will er es zu sich heranziehen, um sie auf ihre vollen roten Lippen zu küssen. Doch sie dreht plötzlich scheu den Kopf beiseite.
  »Nein...", sagt  sie leise und abwehrend. »Nicht Jetzt und nicht hier. Ich möchte nicht!"
  »Aber warum?" Der junge Mann ergreift zärtlich ihr Kinn und als sie ihren Blick abwenden will, hält er ihr hübsches Gesicht fest. »Warum?", fragt er noch einmal.
  »Ich... möchte einfach nicht!", erwidert  das Mädchen und senkt ihren Blick. »Es ist etwas geschehen.  Ich möchte mich von dir trennen!" Jetzt, wo es heraus ist sieht sie ihren Freund wieder an, mit einer Spur Trotz, aber auch ein wenig Trauer in ihrem Blick.
  Der junge Mann umklammert fassungslos ihre Hände. Seine Lippen bewegen sich, doch er bringt keinen Ton heraus.
  »Warum?", flüstert er schließlich.
  »Ich habe jemanden kennengelernt, den ich wirklich... ..liebe!" Das Mädchen  zieht seine Hände an sich. »Du darfst mir nicht böse sein, ja?"
  »Sag mir nur einen Grund, warum ich dir nicht böse sein sollte!", sagt der junge Mann verbittert. Seine Mundwinkel zucken.
  »Wir haben eine schöne Zeit miteinander verlebt!", sagt das Mädchen. »Und ich bin dir sehr dankbar dafür. Wir waren gute Freunde, sehr gute Freunde, und ich werde dich nie vergessen. Doch du musst mir glauben... ich liebe den anderen und wir möchten bald heiraten!"
  »Heiraten!" Beinahe spöttisch kommt das Wort von den Lippen des jungen Mannes. Abrupt erhebt er sich und will fortlaufen, doch das Mädchen springt ebenfalls auf und hält ihn zurück. »Lauf nicht im Zorn weg!", sagt sie. »Versprich mir, dass du mich in guter Erinnerung behalten wirst? Bitte, versprich es mir!"
  Unentschlossen sieht der junge Mann sie an. Schaut in das Gesicht, das er noch vor kurzem so zärtlich geküsst hat. Er spürt ihre Hand, die über seine Wange streicht. Schließlich sagt er langsam: »Ja, ich verspreche es dir!"
  Sie senkt ihren Blick und drückt seine Hand. Dann, ganz plötzlich, stellt sie sich auf die Zehenspitzen und haucht ihm einen flüchtigen Kuss auf die Lippen. »Danke!", flüstert sie und läuft davon.
  Der junge .Mann bleibt noch einen Augenblick verwirrt auf dem Weg stehen, dann wendet er sich langsam um und geht in die entgegengesetzte Richtung fort.


Alles nur aus Liebe – Band 2
Geschichten aus dem wahren Leben

Aufgezeichnet von Mara Mainau
Erneut hat Mara Mainau zwei Dutzend bewegende Lebens- und Liebesgeschichten aufgezeichnet und in diesem Sammelband zusammengestellt. Es sind nicht nur romantische Lovestories und offene Bekenntnisse, es sind oft auch dramatische Schicksalsberichte. Hier erzählen Frauen offen und ehrlich von den wichtigsten, entscheidenden und emotionalsten Phasen ihres Lebens. Es sind Geschichten über die Kraft der Liebe und die Macht des Schicksals.
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»Meine Mutter verführte meinen Mann.«

Meine Mutter fand meinen zukünftigen Mann nett. Was sie wirklich darunter verstand, das fand ich erst heraus, als es schon zu spät war. Aus meiner Mutter war eine Rivalin geworden.

»Ich habe meinen Mann in den Tod getrieben.«

Ich wollte doch nur das Beste - für meinen Mann, für mich, für unsere Ehe. Doch erst als es zu spät war, begriff ich, dass ich Thorwald mit meinen Ansprüchen in den Tod getrieben habe.




 Das Geheimnis im Keller

 Von Ralph Petersen

 Nach Feierabend traf ich meinen Freund Bernhard im Bus.
  »Du machst so ein niedergeschlagenes Gesicht!", sagte ich. » Ärger in der Firma gehabt?"
  Bernhard nickte schwermütig. »Es fing schon am Morgen an. Meine Sekretärin hatte drei Briefe übers Wochenende liegengelassen und dadurch haben wir einen wichtigen Termin versäumt. Am Vormittag musste ich wegen der Sache zum Chef, und der hat mir ordentlich seine Meinung gesagt, über diese Schlamperei!"
  »Schlimm!", bestätigte ich. »Sehr schlimm!"
  »Aber das war noch nicht alles!", fuhr Bernhard fort. »Nach der Mittagspause machte ich eine kurze Überprüfung der Portokasse und musste dabei feststellen, dass unser Lehrling sich übers Wochenende fünfzig Mark  ›ausgeliehen‹ hatte!"
  »Jaja, die Jugend!", seufzte ich.
  »Ich ließ mir also den Lehrling kommen und sprach mit ihm über die Sache. Er hatte das Geld übers Wochenende beim Blackjack mit seinen Freunden verspielt und deshalb musste ich die fünfzig Mark in die Portokasse tun, bis er sie mir von seinem nächsten Gehalt zurückzahlen kann!"
  »Tzzz Tzzz, ein wirklich verteufelter Tag!", musste ich ihm beipflichten. »Es ist doch hoffentlich nicht noch mehr passiert?"
  »Oh, wenn das Unglück einmal zugeschlagen hat, dann lässt es einen so schnell nicht wieder los!", sagte Bernhard. »Am Nachmittag kam dann eine ganze Warensendung zurück, weil die gelieferten Sachen fehlerhaft waren und der Käufer beschwerte sich, weil er einen schweren Verdienstausfall dadurch gehabt. Er droht mit einer gerichtlichen Klage gegen unsere Firma!"
  »Na, ich beneide dich wirklich nicht, alter Junger!", sagte ich. »Soviel Ärger an einem einzigen Tag da muß man Ja an die Decke gehen!"
  Bernhard lud mich noch zu einem Bier in sein Häuschen ein. Nachdem ich Bettina, seine hübsche Frau begrüßt hatte, sagte Bernhard zu mir: »Du musst mich für einen Augenblick entschuldigen!"
  Sprach's und verschwand im Keller. Fünf Minuten später kehrte er mit einem Lächeln auf dem Gesicht und sichtlich erleichtert zurück. »So, jetzt können wir ein Bierchen trinken!"
  »Wo hast du denn deinen ganzen Ärger gelassen?", fragte ich erstaunt. »Du machst einen Eindruck, als hättest du alles von dir abgeschüttelt!"  
  »Das ist mein kleines Geheimnis!" Bernhard zog mich in den Keller. »Aber nicht weitersagen!", flüsterte er.
  In einem Kellerraum hatte er Blumentöpfe und anderes Tonzeug gestapelt. »Das ist Ausschussware aus dem Gartencenter nebenan!", sagte Bernhard. Er wog einen Tontopf in der Hand. »Ich bekomme es umsonst. Und wenn ich so eine richtige Wut im Bauch habe, dann gehe ich einfach in den Keller und..."
  Er schleuderte den Tontopf gegen die Wand, wo er knallend zersprang.
  ENDE
 
  


»Ich verkaufte mich für meine Tochter.«

Ich liebte meinen Mann Randolph über alles. Als er starb, entdeckte ich, dass er mir nichts als Schulden hinterlassen hatte. Da machte mir ein angeblich guter Freund ein schockierendes Angebot.
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»Ich muss immer wieder stehlen.
«

Ich bin süchtig nach diesem prickelnden Gefühl der Spannung, das Spiel mit dem Feuer erregt mich. Immer wieder gebe ich der Versuchung nach – obwohl ich weiß, dass es eines Tages mein Untergang sein wird.
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Michael Rolandt: Entscheidung im Park
Ralph Petersen: Das Geheimnis im Keller
© by authors / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
3/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung