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Dienstag, 12. Juli 2022

Person des Tages: Dolly Dollar

12. Juli

Dolly Dollar: Karriere per Zeitungsanzeige

Am 12. Juli 1962 wurde in München die deutsche Filmschauspielerin Dolly Dollar unter ihrem bürgerlichen Namen Christiana Giannakopoulos geboren. Es war der ungebrochene Optimismus der Krebs-Menschen, der sie dazu brachte, sich auf einen Zeitungsaufruf »Wer will Filmstar werden?« zu bewerben.
Es war der Regisseur Klaus Lemke (1940-2022), der ihr für ihre Rolle in seinem Film »Arabische Nächte« den Künstlernamen »Dolly Dollar« gab. Im Gegensatz zu anderen Regisseuren verstand Lemke es, ihre komödiantischen Talente herauszustellen.

Tagesfrage:

Wer drehte die Fernsehserie "Berlin Alexanderplatz"?
a) R.W. Fassbinder
b) Ernst Marischka
b) Edgar Reitz

Montag, 20. Juli 2020

Die Macht der Hypnose - Teil 2

Langsam beginnt Professor Schrenck-Notzing zu zählen. Gespannt sehen seine Gäste, wie Linas Augenlider zittern und sich schließlich bei der Zahl Zwanzig öffnen.
Lina setzt sich auf und blickt in die Runde, während Schrenck-Notzing die Vorhänge aufzieht. »Wo ist denn Dr. Schneider?«, fragte Lina. »Er saß doch vorhin nicht auf diesem Stuhl hier!«



Ein Gast ist verschwunden


Sie deutet auf den Stuhl, auf dem der Dr Schneider sitzt. Der junge Mann starrt das Mädchen fassungslos an. »Aber ich bin doch hier, Fräulein Lina!«, sagt er. Doch Lina scheint seine Stimme nicht zu hören.
»Kommen Sie«, sagte der Professor. »Wir wollen nach nebenan gehen.«
Die Gäste erheben sich und folgen ihrem Gastgeber in den Salon. Dort geschieht es dann plötzlich: Lina stößt, als sie zu einer Kommode gehen möchte, an Dr. Schneider. Sie erstarrt und weicht zurück. »Was … was ist das?«, presst die hervor.
Dr. Schneider, der es immer noch nicht fassen, dass Lina ihn ganz offensichtlich nicht sieht, nimmt eine Schale mit Konfekt von der Kommode und reicht sie Lina. Das Mädchen schreit auf.
»Bin ich verrückt? Die Konfektschale, sie schwebt in der Luft!«
Professor Schrenck-Notzing hält es für angebracht, das Experiment zu beenden.
Er sagt: »Unter einer Palme kann man gut in der Sonne liegen« Das Stichwort ist nun gefallen. Man sieht deutlich, wie Lina erschrickt. Sie kann jetzt Dr. Schneider wieder sehen, wie er vor ihr steht und ihr die Konfektschale entgegenhält.
»Da ... da sind Sie ja, Dr. Schneider!«, sagt sie unsicher. »Ich dachte, Sie seien hinausgegangen.«
Man sieht deutlich, wie sehr Lina von dem Geschehen betroffen ist. Professor Schrenck-Notzing bittet Lina, Platz zu nehmen und wendet sich dann an seine Gäste: »Was Sie eben beobachten konnten, nenne ich ein Entmaterialisationsphänomen!«, erklärt er. »Suggeriert man einem Menschen, er könne eine bestimmte Person oder einen bestimmten Gegenstand nicht mehr sehen, so sieht er ihn einfach nicht mehr!''
Das Mädchen Lina kann dies nur bestätigen. »Selbstverständlich«, fährt Schrenck-Notzing fort, »kann diese Halluzination nicht soweit gehen, dass die hypnotisierte Person einfach durch die Person, die sie nicht mehr sieht, hindurchgehen kann. Sie haben ja selbst gesehen, dass Lina mit Dr. Schneider zusammenstieß und dass sie diesen Zusammenstoß spürte. Ein weiteres interessantes Phänomen ist dabei, dass die hypnotisierte Person den Hintergrund, vor dem die ›unsichtbare‹ Person steht, einfach in ihrem Hirn rekonstruiert und ersetzt.«
Lina bestätigt das. Sie habe eben tatsächlich statt Dr. Schneider einen leeren Stuhl gesehen, sogar den Bezug der Sitzfläche kann sie beschreiben.



Hypnose - ein machtvolles Instrument


»Natürlich kann man diese Phänomen auch umkehren!«, sagt Dr. Schrenck-Notzing. »Man suggeriert dem Hypnotisierten zum Beispiel, dass eine weitere Person in den Raum gekommen ist, oder dass man einige Möbel umgeräumt hat. Man kann wirklich verblüffende Experimente mit diesem Phänomen anstellen.«
Heute sind die »Objektbildung« und die »Objektverneinung weitgehend bekannte Phänomene der Hypnose. Aber dennoch rufen sie bei uns stets ein leichtes Unbehagen hervor, wenn wir sehen, welche Macht die Hypnose auf uns ausüben kann. Besonders Show-Hypnotiseure setzen bei ihren Auftritten auf solche spektakulären Effekte.
So wurde zum Beispiel ein Fall aus Schweden bekannt, der zeigte welche unheimliche Macht die Hypnose auf einen Menschen ausüben kann. Dort suggerierte ein gewissenloser Hypnotiseur einer jungen Frau, dass sie nach dem Erwachen alle Menschen nur noch ohne Köpfe sehen würde. Und tatsächlich – die Aufgeweckte sah nur noch die Halsstümpfe ihrer Mitmenschen. Sie wäre darüber beinahe wahnsinnig geworden, hätte man sie nicht rechtzeitig mit einer Gegensuggestion behandelt. 


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Samstag, 18. Juli 2020

Die Macht der Hypnose - Teil 1

Die Macht der Hypnose 



»Heute Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren, möchte ich Ihnen ein ganz besonderes Phänomen der Hypnose vorführen!« Der Mann, der im August 1922 diese Worte zu seinen Gästen spricht, ist der Münchener Professor Dr. Albert Freiherr von Schrenck-Notzing (1862 – 1929)
   Die Besucher, die sich in seiner Münchener Praxis zusammengefunden haben, sind bereit, Schrenck-Notzings Ankündigungen Glauben zu schenken, denn der bekannte Arzt und Parapsychologe hat schon mehrere Male durch verblüffende und manchmal sogar unheimlich wirkende Vorführungen der Hypnose das Erstaunen seiner Kollegen erregt.
   »Darf ich bitten!«
   Der Freiherr bittet seine Gäste, allesamt namhafte Wissenschaftler, in ein Nebenzimmer. Die Vorhänge sind zugezogen, nur eine einzige Gasflamme erhellt den Raum. Wände und Einrichtung sind in dunklen Farben gehalten. Die Wissenschaftler nehmen auf den Stühlen Platz, die im Halbkreis um die Couch an der Seitenwand aufgestellt sind.
   Professor Schrenck-Notzing führt nun ein ausnehmend hübsches, junges Mädchen herein.
   »Dies ist Fräulein Lina!«, stellt er sie den Anwesenden vor. Lina macht einen artigen Knicks. »Sie hat bereits Erfahrungen mit der Hypnose gemacht«, erläutert er, »und hat sich als besonders zugängliches Medium erwiesen!« Er schaut in die Runde und deutet auf einen jungen Mann im eleganten Anzug. »Lina, darf ich dir Dr. Schneider vorstellen?«
   Der junge Mann erhebt sich auf ein Zeichen des Professor und deutet eine Verbeugung an. »Sehr erfreut.«
   »Kommen wir nun zu unserem heutigen Experiment«, sagt Schrenck-Notzing, nachdem der junge Mann sich wieder gesetzt hat.
   Lina legt sich auf die Couch. Der Professor nimmt nun einen goldenen Ring, der an einem Faden hängt und lässt ihn vor Linas Augen leicht hin und herschwingen. »Sehen Sie bitte auf den Ring, auf nichts anderes als auf den Ring, Sie sehen nur noch den Ring!'' Schrenck-Notzings Stimme ist leise und monoton, aber dennoch fordernd. Die Gäste des Freiherrn schweigen. »Sie spüren, wie Ihre Augenlider schwerer und schwerer werden, schwerer und schwerer, schwerer und schwerer!« Und schließlich: »Sie schlafen, Lina, Sie schlafen fest und tief und hören nur noch meine Stimme. Hören Sie meine Stimme, Lina?«
   Das Mädchen liegt vollkommen entspannt auf der Couch, die Augen sind geschlossen, der Atem geht ruhig und gleichmäßig.
   »Ja, ich höre sie!«, sagt Lina.

Albert von Keller - Hypnose bei Schrenck-Notzing - ca1885
Albert von Keller - Hypnose bei Schrenck-Notzing - ca1885

 »Wenn Sie erwachen, werden Sie den hier anwesenden Dr. Schneider nicht mehr sehen«, sagt Dr. Schrenck-Notzing nun. Ein leises Raunen geht durch die Reihe der Gäste. »Sie werden Dr. Schneider nicht mehr erkennen!«, wiederholt der Schrenck-Notzing die Anweisung. »Er ist einfach nicht mehr für Sie da! Erst wenn ich das Wort ›Palme‹ ausspreche, können Sie Dr. Schneider wieder sehen.« Es ist totenstill. »Ich werde Sie jetzt erwachen lassen!« sagt Schrenck-Notzing. »Sobald ich die Zahl zwanzig ausgesprochen habe, werden sie erwachen und sich an nichts mehr erinnern, was während der Hypnose geschehen ist.
   Langsam beginnt Professor Schrenck-Notzing zu zählen. Gespannt sehen seine Gäste, wie Linas Augenlider zittern und sich schließlich bei der Zahl Zwanzig öffnen.



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Mit Mord kommt keiner durch – oder doch? Es ist alles eine Frage der Planung. Oder nicht? Wenn clevere Kommissarinnen und smarte Kriminalbeamte ermitteln, muss sich mancher Mörder warm anziehen. Aber nicht nur Krimirätsel sorgen hier für Unterhaltung. Es gibt auch Psychothriller, Gaunergeschichten und knallharte Krimi-Comedy. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.