Posts mit dem Label Story werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Story werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 11. Januar 2023

Story der Woche

Wie im Märchen

Von P.O.K.

Sven, der Löwe, und Martina, die kleinkarierte Giraffe, gehen auf Fotosafari, Sie entdecken Leo und Simba, die Eisbären, die sich mit Schorsch, dem Storch, unterhalten. 

  »Unser Cousin Günter«, erzählt Leo, »hat sein Lebtag nur Schokoladeneis gegessen. Und weißt du, was aus ihm geworden ist, Schorsch? Ein Braunbär.« 

  Martina, die kleinkarierte Giraffe, stößt Sven, den Löwen, an.   »Komm, las uns gehen«, sagt sie. »Durch diese Fotosafaris werden diese armen Tiere ja völlig ihrer natürlichen Lebensform beraubt!«
  »Stimmt«, sagt Sven, der Löwe. »Jetzt können die Tiere schon sprechen!


Anzeige

H.P. Karr präsentiert

Mord nach Rezept Band 25

Die zweite Classic-Edition

Zwei Dutzend klassische Kurzkrimis
Es war die Zeit nach dem Wirtschaftswunder – in den hedonistischen siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte die Republik zwischen Glamrock, Punk und Disco, trug Klamotten von Michael Kors, Tommy Hilfiger, Jil Sander und Giorgio Armani und sah sich im Kino »Taxi Driver«, »Der Pate« und »Der weiße Hai« an – aber auch »Apokalypse Now« und »Einer flog übers Kuckucksnest«.

In diesen beiden Dekaden, mit Abstechern in die Sechziger und die Neunziger, spielen die zwei Dutzend Kriminalstorys, die H. P. Karr für Sie ausgewählt hat. Krimi im Retro-Look – denn was früher mal gut war, kann heute nicht schlecht sein.

Mord nach Rezept Band 25 bei amazon

Michael Rolandt: Das bisschen Haushalt
»Schöne Grüße von Kommissar Reck«, sagte Susanne und zeigte ihren Dienstausweis.
»Er gibt wohl nie auf«, sagte Meyerdonk spöttisch. »Was wollen Sie?«
»Mich mal in Ihrem neuen Haus umsehen«, meinte Susanne und folgte ihm ins Wohnzimmer. Auf dem Marmorboden lagen herrliche Teppiche, das polierte Holz der Eichenmöbel glänzte im Deckenlicht.
»Hübsch«, sagte Susanne. »Wer hält das sauber?«
»Die Putzfrau.«  weiter in:
Mord nach Rezept Band 25 bei amazon

 
Rex Richartz: Die Alibi-Agentur
Als Waldo Langemann seine Frau dabei überraschte, wie sie die Taschen seines Anzuges kontrollierte, beschloss er, in Zukunft noch vorsichtiger zu sein. Er konnte es sich nicht leisten, dass Birgitta etwas von seiner Affäre mit Kimberley erfuhr.    
...weiter in:
Mord nach Rezept Band 25 bei amazon

Dienstag, 10. Januar 2023

Story des Tages

Heißt denn so ein Löwe?

Von P.O.K.

Sven, der »Löwe, trifft Martina, die Giraffe.
  »Wie heißt denn du?«, fragt Martina, die Giraffe
  »Sven!«, sagt Sven. Martina, die Giraffe, lacht. »Hahaha, du hast aber einen komischen Namen!«
  »Wieso?«, fragt Sven. Martina hört auf zu lachen. »Hör mal«, sagt sie, »Löwen heißen Leo oder Simba, aber Sven...«
  »Ich glaube, du bist ganz schön kleinkariert«, unterbricht Sven die Giraffe.
  »... aber Sven ist ein Name für Eisbären«, fährt die Giraffe fort.
»Die kommen auch aus dem Norden!«

  Zwei Eisbären kommen zufällig vorbei. »Weißt du, Simba«, sagt der eine, »ich schwärme ja so für Fürst-Pückler-Eis.«
  »Aber du musst doch zugeben«, antwortet der andere, »Fruchteis ist viel nahrhafter, Leo!«
  Sven, der Löwe, sieht zu Martina, der Giraffe, hinauf. »Siehste«, sagt er.

 
Anzeige

H.P. Karr präsentiert

Mord nach Rezept Band 25

Die zweite Classic-Edition

Zwei Dutzend klassische Kurzkrimis
Es war die Zeit nach dem Wirtschaftswunder – in den hedonistischen siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebte die Republik zwischen Glamrock, Punk und Disco, trug Klamotten von Michael Kors, Tommy Hilfiger, Jil Sander und Giorgio Armani und sah sich im Kino »Taxi Driver«, »Der Pate« und »Der weiße Hai« an – aber auch »Apokalypse Now« und »Einer flog übers Kuckucksnest«.

In diesen beiden Dekaden, mit Abstechern in die Sechziger und die Neunziger, spielen die zwei Dutzend Kriminalstorys, die H. P. Karr für Sie ausgewählt hat. Krimi im Retro-Look – denn was früher mal gut war, kann heute nicht schlecht sein.

Mord nach Rezept Band 25 bei amazon

Michael Rolandt: Das bisschen Haushalt
»Schöne Grüße von Kommissar Reck«, sagte Susanne und zeigte ihren Dienstausweis.
»Er gibt wohl nie auf«, sagte Meyerdonk spöttisch. »Was wollen Sie?«
»Mich mal in Ihrem neuen Haus umsehen«, meinte Susanne und folgte ihm ins Wohnzimmer. Auf dem Marmorboden lagen herrliche Teppiche, das polierte Holz der Eichenmöbel glänzte im Deckenlicht.
»Hübsch«, sagte Susanne. »Wer hält das sauber?«
»Die Putzfrau.«  weiter in:
Mord nach Rezept Band 25 bei amazon

 
Rex Richartz: Die Alibi-Agentur
Als Waldo Langemann seine Frau dabei überraschte, wie sie die Taschen seines Anzuges kontrollierte, beschloss er, in Zukunft noch vorsichtiger zu sein. Er konnte es sich nicht leisten, dass Birgitta etwas von seiner Affäre mit Kimberley erfuhr.    
...weiter in:
Mord nach Rezept Band 25 bei amazon

Freitag, 16. Juli 2021

Anruf in der Nacht

Anruf in der Nacht

Von Richard Janssen

Es fiel Peter Neumann schwer, sich an diesem nebeligen Samstagabend auf seine Arbeit zu konzentrieren. Der junge Ingenieur saß über einer komplizierten Bauzeichnung, doch seine Gedanken wanderten scheinbar sinnlos herum.
   Resignierend legte er schließlich den Zeichenstift beiseite, vergrub das Gesicht in den Händen und schloss die Augen. Wie durch Zauberei erschien das Bild der schönen Frau plötzlich vor ihm. Ja, sie war es. Die unbekannte Schöne, die ihm am Vorabend beim Spaziergang im nebeligen Park begegnet war.
   Er erinnerte sich an die Begegnung us genau als habe sich jede Einzelheit mit fotografischer Genauigkeit in sein Gedächtnis eingebrannt. Er hatte sie zuerst nur als eine schimmernde weiße Gestalt im wallenden Nebel an dem kleinen Bach ausgemacht, der den Park durchfloss. Die Gestalt schien über dem Wasser zu schweben und erst als er näherkam bemerkte er dass sie auf eine flachen japanischen Brücke stand, die den Dach überquerte. Ihrer Gestalt haftete etwas Übernatürliches an. Ihr Gesicht war sanft und ein Lächeln spielte um ihre Mundwinkel. Die Augen, die großen, dunklen und traurigen Augen blickten direkt an ihm vorbei in eine weite, unbekannte Ferne.
   Er musste minutenlang stillgestanden haben, um sie zu betrachten. Als dann einen unbedachten Schritt nach vorn machte, schien es, als bekäme die schöne Gestalt einen Sprung.
   Die Unbekannte flog scheinbar schwerelos herum und entfernte sich, wobei sie in seinen Augen über den Boden zu  schweben schien. Es hatte lange gedauert, bis er wieder  fähig  war, sich zu rühren...
   Das Schrillen des Telefons riss ihn aus der Erinnerung. Peter nahm benommen den Hörer ab und meldete sich.
   »Ich bin es«, sagte eine sanfte weibliche Stimme am anderen Ende der Leitung.
   Peter presste den Hörer ans Ohr.  »Sie?«, fragte er überrascht.
   »Wir sind uns begegnet...«, fuhr die Stimme fort. »Gestern, im Park - erinnern Sie sich?«
   »Ja...«, sagte Peter zögernd. War das Wirklichkeit? War das Wesen, das er gestern gesehen hatte, wirklich aus Fleisch und Blut gewesen? Und wie hatte sie seine Telefonnummer herausfinden können...?
   »Ich würde gern mit Ihnen sprechen«, sagte die Stimme.
   »Sie können mich anrufen - ab und zu, wenn Sie wollen... »
   »Aber... warum?« .
   »Wir können uns nicht mehr sehen«, sagte die Stimme. »Fragen Sie nicht warum – es ist einfach so. Aber Sie können mich anrufen... wählen Sie nur sechsmal die sieben...«
   »Sechs mal die sieben«, wiederholte Peter automatisch.
   »Ich freue mich so, wir uns gefunden habe!«, sagte die Stimme. Dann klickte es. Sie hatte aufgelegt. Die Verbindung war unterbrochen. Peter hielt immer noch den Hörer in der Hand.
   Wie in Trance wählte er die Nummer der Auskunft.
   »Bitte,  können Sie mir sagen, auf welchen Namen der Anschluss mit der Nummer 77 77 77 eingetragen ist?«, fragte er.
   »Bedauere, mein Herr », erwiderte die Auskunftsdame wenig später. »Die Nummer wurde nicht mehr vergeben, seit die letzte Besitzerin verstorben ist... haben Sie nicht in den Zeitungen davon gelesen? Ihr eifersüchtiger Ehemann erschoss sie auf der kleinen Brücke im Stadtpark, wo sie sich mit ihrem Liebhaber getroffen hatte.«
   Peter drückte auf die Gabel. Das Freizeichen kam. Langsam  begann er zu wählen...


 

Ebook bei amazon
H.P. Karr präsentiert

Mord nach Rezept - Band 10:
Die Retro-Edition - mit zwei Dutzend Krimis zurück in die Achtziger


Die Achtziger – das waren die Jahre, als man noch überall rauchen durfte, der Marlboro-Mann und der Camel-Tramp im Kino Werbung machten und die Hollywood-Hits »Dirty Dancing«, »Shining« und »Zurück in die Zukunft« hießen. Zum Telefonieren benutzte man Festnetztelefone, und wenn man unterwegs war, musste man sich zum Anrufen eine Telefonzelle suchen – das waren gelbe Kabinen mit einem Münztelefon und einem gestohlenen Telefonbuch.

Zwei Dutzend clevere Kriminalstorys aus der guten alten Zeit – als im Fernsehen immer dienstags »Dallas« lief und freitags »Derrick« ermittelte. Die Hits des Jahrzehntes waren »Take On Me« von a-ha , Nena mit »99 Luftballons« und natürlich »Jeanny« von Falco. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.

  

 

credit
Richard Janssen: Anruf in der Nacht
© by author / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
7/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung

Montag, 5. April 2021

Marianne und ihre Mutter

 Marianne und ihre Mutter

 Von Mara Mainau

 Marianne hatte völlig überraschend ihre Koffer gepackt und war zu ihrer Mutter gefahren. Mit verweinten Gesicht saß sie nun da und brachte kein Wort heraus.
   »Du hast dich mit deinem Mann zerstritten!«, erkannte Mariannes Mutter. Mariannes nickte schwer.
   »Warum?«, fragte ihre Mutter. »Es muß doch einen Grund gegeben haben, wegen dem ihr euch gestritten habt!«
   »Es ist ... weil eine Stromleitung defekt war!«, brachte Marianne schließlich hervor.
   Ihre Mutter schüttelte an Kopf. »Aber Kindchen!«, sagte sie besänftigend. »Das ist doch kein Grund, sich zu streiten. Oder hast du etwa die Leitung mit Absicht zerstört?«
   »Nein, sie war einfach kaputt«, schluchzte Marianne.
   »Ich sehe nicht ein, wo da der Grund für einen Ehestreit liegen soll!«, sagte Mariannes Mutter. »In einem solchen Falle ruft man doch einen Elektriker, der das alles wieder in Ordnung bringt!«
   Marianne wischte sich die letzten Tränen ab. »Aber genau das ‘habe ich ja auch getan, Mutter. Am Nachmittag ging die Leitung kaputt und ich telefonierte sofort mit einem Elektriker. Zufälligerweise hatte er Zeit und er versprach, sofort vorbeizukommen, um den Schaden zu reparieren!«
   »Und dein Mann? War er damit nicht einverstanden?«
   »Er wusste doch gar nichts davon, er war doch im Büro!«, erwiderte Marianne.
   »Aber wieso konntet ihr euch denn dann wegen der defekten Stromleitung streiten? Ist der Elektriker etwa nicht gekommen?«
   »Oh doch, schon fünf Minuten nach meinem Anruf stand er vor der Tür und konnte mit der Reparatur beginnen!« erzählte Marianne. »Er fragte mich zuerst, ob ich ein paar Kerzen in Haus hätte, weil er die Sicherung herausschrauben müsse, um den Schaden zu beheben. »
   »Und du hattest natürlich keine Kerzen!«, sagte ihre Mutter mit dem Brustton der Überzeugung.
   »Doch, ich hatte noch drei Kerzen, die zündete ich an. Zwei stellte ich auf den Couchtisch, mit der dritten leuchtete ich dem Handwerker. Der Schaden war in einer Leitung neben dem Sofa und so konnte ich ganz bequem sitzen!«
   »Ich verstehe immer: noch nicht, wie die Reparatur einer Lichtleitung zu einem Ehestreit führen kann”, sagte Mariannes Mutter verständnislos. »Du hast also auf dem Sofa gesessen und dem Elektriker geleuchtet, und auf dem Couchtisch brannten zwei Kerzen. Was ist dann passiert? Mein Gott, er wird doch nicht etwa zudringlich geworden sein? »
   »Aber nein, Mama, ihm ist nur eine Schraube heruntergefallen, unters Sofa und gerade, als er halb unter das Sofa gekrochen war, um sie hervorzuholen, da ist mein Mann hereingekommen...«
   
   

Ebook bei amazon
H.P. Karr präsentiert

Mord nach Rezept - Band 10:
Die Retro-Edition - mit zwei Dutzend Krimis zurück in die Achtziger


Die Achtziger – das waren die Jahre, als man noch überall rauchen durfte, der Marlboro-Mann und der Camel-Tramp im Kino Werbung machten und die Hollywood-Hits »Dirty Dancing«, »Shining« und »Zurück in die Zukunft« hießen. Zum Telefonieren benutzte man Festnetztelefone, und wenn man unterwegs war, musste man sich zum Anrufen eine Telefonzelle suchen – das waren gelbe Kabinen mit einem Münztelefon und einem gestohlenen Telefonbuch.

Zwei Dutzend clevere Kriminalstorys aus der guten alten Zeit – als im Fernsehen immer dienstags »Dallas« lief und freitags »Derrick« ermittelte. Die Hits des Jahrzehntes waren »Take On Me« von a-ha , Nena mit »99 Luftballons« und natürlich »Jeanny« von Falco. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.

   

 Die Kunst, eine Kurzgeschichte zu schreiben

 Von Michael Rolandt

 Es ist für manchen Autor schon schwer genug, eine Geschichte zu erzählen, aber noch viel schwieriger als eine einfache Geschichte ist eine Kurzgeschichte zu schreiben.
   Wie sagte schon Goethe: »Ich schreibe dir einen langen Brief, weil ich keine Zeit habe, dir einen kurzen zu schreiben.« Ebenso verhält es sich mit Kurzgeschichten. Je kürzer, desto komplizierter und aufreibender ist die Arbeit daran. Am schwierigsten sind Geschichten, die etwa den Umfang dieses Werkes haben. Sie sind sozusagen die Krönung eines jeden Autorenlebens. Eine solche kurze Geschichte veröffentlicht zu sehen, bringt einem Schriftsteller mehr Befriedigung und Achtung vor dem eigenen Werk ein als ein Dutzend dicker Romane.
   Es soll schon vorgekommen sein, dass Autoren für die Gestaltung einer einzigen Kurzgeschichte mehr Papier verbrauchten als für ihre gesamten bisher erschienen Werke.
   Es ist nämlich das existentielle Problem der Kurzgeschichte, dass man in ihr nur das Wichtige, das Wichtigste. das Allerwichtigste zu Papier bringen darf. Was in einem Roman eine seitenlange Beschreibung in Anspruch nehmen kann, muß in diesen Genre auf ein Wort, höchstens einen Nebensatz komprimiert werden.
   Dabei kann die Kurzgeschichte ebensoviel und sogar mehr aussagen als ein dreibändiges Epos. Dazu hat sie noch den Vorteil, dass sie in wesentlich kürzerer Zeit zu lesen ist. Was da in den Wochenendbeilagen der Tageszeitungen in zwei bis fünf Minuten liest, hat dem Autor Stunden um Stunden härtester Arbeit gekostet. Er hat Unmengen von Papier verbraucht, unzählige Tassen Kaffee getrunken und seine Schreibmaschine mit immer neuen Vorentwürfen traktiert.
   Es gibt für einen solchen Autor kein erhebenderes Erlebnis,
   als an einem Wochenende eine Zeitung aufzuschlagen und dort  das Ergebnis seiner stundenlangen Mühen gedruckt zu finden.
   Auf der letzten Seite der Wochenendbeilage zumeist, unter anspruchslosen Witzzeichnungen, prangt - in nicht gerade üppigen Lettern, der Titel seines, Werkes. Hat man etwas Glück, so ist. sogar der Name des Autors oder sein Pseudonym dort vermerkt! Es wäre vermessen, versuchte man das Glücksgefühl, dass einen in jenem Augenblick durchströmt, zu beschreiben.
   Doch bis man seine Kurzgeschichte endlich in der Zeitung finden kann, ist es ein langer Weg. Denn genau wie das Schreiben, so ist auch das Verkaufen einer Kurzgeschichte  eine große Kunst. Die Zeitungsredaktionen werden mit Manuskripten untalentierter Skribenten überhäuft, so dass man sich schon etwas besonderes einfallen lassen muß, um sein Werk in diesem Stapel minderwertiger Makulatur auffallen zu lassen. Zum Beispiel auf rotes Papier schreiben (was keinerlei Rückschlüsse auf die politischen Interessen zuläßt, schließlich kann man schlecht auf schwarzes Papier schreiben.). Oder man wählt statt der gewöhnlichen rechteckigen Bögen trapezförmige.
   Früher wurde eine Geschichte im allgemeinen schon veröffentlicht, wenn man der Zusendung kein Rückporto beilegte, da es sich die meisten Redaktionen nicht leisten konnten, unaufgefordert eingesandte Arbeiten auf eigene Kosten zurückzuschicken. Doch heute, im Zeitalter der Pressekonzentration, der Großverlage und Redaktionsgemeinschaften kann man diesen Kunstgriff nur noch bei kleineren Provinzzeitungen anwenden.
   Ein freundlicher Begleitbrief an den bearbeitenden Redakteur kann manchmal ebenfalls Wunder wirken. Noch besser ist es natürlich, wenn man dem Manuskript eine vollständige Interpretation der Geschichte beifügt, damit der gute Mann auch versteht was man zum Aus- und Abdruck bringen möchte. Stimmt dies alles dann noch mit der persönlichen Meinung des Redakteurs
   überein, hat man schon gute Chancen. Kommt noch eine gehörige  Portion Glück dazu, so erhält man einige Monate nach der Einsendung des Manuskriptes einen freundlichen Brief mit dem Inhalt, dass die vorgelegte Kurzgeschichte in einer der nächsten Ausgaben erscheinen wird.
   Und obwohl sich die Honorare für Kurzgeschichten in Grenzen halten, hoffe ich auch bald auf einen solchen Brief, denn mittlerweile bin ich zwei Monate mit der Miete im Rückstand , und meine Vermieterin wird sich nicht ewig mit dem Hinweis auf meine literarischen Fähigkeiten vertrösten lassen.


Mara Mainau: Marianne und ihre Mutter
Michael Rolandt: Die Kunst, eine Kurzgeschichte zu schreiben
© by authors / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
4/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung
  
   
  
   
   
   
   

Sonntag, 28. März 2021

Im Park / Abschied von Hawaii

Die Bank im Park

Von Michael Rolandt
   
Nicht weit vom Stadtzentrum entfernt liest unser Park. Saftig grün leuchtet der von blühenden Rosen umrahmte Rasen. Alte Kastanienbäume säumen die Wege. Auf den Bänken ruhen sich Spaziergänger aus. Hausfrauen und junge Mütter unterhalten sich, die vom Blütenduft süße sommerliche Luft ist ruhig und träge. Kein Windstoß raschelt in den Bäumen. Ein Teil des Rasens ist zum Sportplatz geworden. Ein paar Jungen spielen Fußball.
   Wie weiche Watteflöckchen hängen die Wolken an dem strahlendblauen Himmel. Schon den ganzen Tag lang strahlt die Sonne. Manch einer sitzt mit zurückgelegtem Kopf und geschlossenen Augen auf seiner Bank und genießt den schönen Tag.
   Langsam naht der Abend. Das Fußballspiel ist zu Ende. Erschöpft machen sich die Jungen auf den Heimweg, die Fußballschuhe in der Hand. Langsam strebt ein Rentner dem Ausgang zu. Wohltuende Ruhe zieht in den Park ein.
   In den leuchtenden Blüten des Rhododendron summen noch die letzten Bienen. Betäubender Blütenduft hüllt alles ein. Noch verweilen einige Schmetterlinge auf den farbenprächtigen Blüten. Doch auch sie flattern eilig auf, als ein kühler Windhauch die Blätter der alten Kastanien rauschen lässt.
   Die Dämmerung bricht herein. Der Park liegt menschenleer. Nach und nach verstummt auch das Zwitschern der Vögel. Auf einer Bank, die etwas abseits steht, hat sich ein junges Paar niedergelassen. Die junge Frau trägt ein sommerliches Kleid, das den Blick auf ihre runden, gebräunten Schultern freigibt.
   Die beiden jungen Menschen haben die Welt um sich herum vergessen. Sie sitzen Hand in Hand, reden leise, sehen einander in die Augen. Schmieden sie Zukunftspläne ? Oder  erinnern sie sich daran, wie es war, als sie sich zum ersten Mal küssten?
   Ein leises Zittern geht durch die Luft. Ein leichter Wind hat sich aufgemacht, streicht über die Kastanien hinweg und trägt den Blütenduft davon.
   Das junge Paar sitzt eng aneinandergeschmiegt. Sie schweigen, denn sie brauchen keine Worte mehr, um sich zu verstehen. Die Stille zwischen ihnen ist voller Zärtlichkeit und Hingabe.
   Irgendwo singt eine Nachtigall ihr Abendlied. Ich erhebe mich. Der Wind ist kühl und mir fröstelt plötzlich. Als ich an dem jungen Paar vorbei dem Ausgang zustrebe, schauen die beiden mich nur kurz und beinahe schüchtern an.
   Ich gehe vorbei an duftenden Rosen. In wenigen Monaten wird ihre Blütenpracht nicht mehr existieren, langsam werde sie verwelken, Stück für Stück werden die  farbenprächtigen Blütenblätter verblassen und herunterfallen.
   Aus einiger Entfernung sehe ich das junge Paar. Sie sitzen immer noch auf der Bank, als gehörten sie zum Park. Sie verschwenden keinen Blick an die Rosen, und ich kann sie verstehen. Ein alter Vers aus meiner Jugendzeit fällt mir ein:
   Oh, dass sie ewig grünen bliebe, die schöne Zeit der jungen Liebe.
   Der Parkwächter will hinter mir das hohe, schmiedeeiserne Tor verschließen, weil er mich für den letzten Besucher hält. Ich mache ihn auf das junge Paar aufmerksam. Er lächelt verschmitzt.
   »Ein Viertelstündchen lasse ich ihnen noch Zeit!«, verspricht er mir.  » Dann scheuche ich sie hinaus!«
   Ich nicke ihn nur dankend zu, dann mache ich mich auf den Heimweg, ohne mich noch einmal umzusehen.
   


Ebook bei amazon

H.P. Karr präsentiert
Mord nach Rezept - Band 10: Die Retro-Edition - mit zwei Dutzend Krimis zurück in die Achtziger


Die Achtziger – das waren die Jahre, als man noch überall rauchen durfte, der Marlboro-Mann und der Camel-Tramp im Kino Werbung machten und die Hollywood-Hits »Dirty Dancing«, »Shining« und »Zurück in die Zukunft« hießen. Zum Telefonieren benutzte man Festnetztelefone, und wenn man unterwegs war, musste man sich zum Anrufen eine Telefonzelle suchen – das waren gelbe Kabinen mit einem Münztelefon und einem gestohlenen Telefonbuch.

Zwei Dutzend clevere Kriminalstorys aus der guten alten Zeit – als im Fernsehen immer dienstags »Dallas« lief und freitags »Derrick« ermittelte. Die Hits des Jahrzehntes waren »Take On Me« von a-ha , Nena mit »99 Luftballons« und natürlich »Jeanny« von Falco. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.

   
   

   

Abschied von  Hawaii

Story von Michael Rolandt
Das Touristenschiff lag um Hafen von Hawaii. Wehmütig standen die Reisenden an der Reling, um noch einen letzten Blick auf die Palmen der Insel zu werfen, auf der sie drei wunderbare Urlaubswochen verbracht hatten. Zahllose kleine Händler hatten ihre bis zum Rand mit Souvenirs beladenen Boote an den Dampfer heranmanövriert und priesen nun mit lauten Stimmen ihre Waren an. Ändere versuchten, vorbei an den wachsamen Augen des Stewarts an der Gangway auf Deck zu Kommen.
   Einem kleinen, geschmeidigen Jungen in einem orangefarbenen Hemd gelang schließlich das Kunststück. Unzählige der bekannten hawaiianischen Blütenkränze hingen um seinen Hals.
   »Einen Dollar!«, pries er seine Ware an.
   Viele Touristen kramten eine Dollarnote aus ihrer Tasche und erstanden einen Blütenkranz.
   »Bringt Glück!«, versprach der Junge in gebrochenen Englisch. »Ist alter Zauber. Werfen Sie Kranz über Bord, wenn Sie passieren die Landzunge mit den drei Palmen und tun Sie einen Wunsch dabei. Und Wunsch geht in Erfüllung in einen Jahr!«
   Die Reisenden lächelten ein wenig über die seltsamen Worte, legten sich die Kränze um und blieben an der Reling stehen, um die Abfahrt des Schiffes mitzuerleben.
   Es vergingen nur wenige Minuten, dann hatte der kleine Insulaner mit dem orangefarbenen Hemd sämtliche Blütenkränze verkauft. Mit stolz geschwellter Brust spazierte er über die Gangway an Land, vorbei an den Augen des erstaunten Stewarts.
   Bald darauf wurden die Leinen losgemacht und mit einen letzten Pfiff der Schiffssirene verabschiedete man sich von der Trauminsel.
   Die Landzunge mit den drei Palmen reichte tief ins Meer
   hinein. und deutlich konnte man die Palmen an der Spitze erkennen, die ihr ihren Namen gegeben hatte. Während das Kreuzfahrtschiff die Landmarke passierte, flogen zahlreiche Blütenkränze über Bord, fielen ins Wasser, wurden von der Strömung erfasst und fortgetrieben. Und mit jedem dieser Kränze wurde wohl ein heimlicher Wunsch mit davongetragen.
   Nur der Erste Offizier auf der Brücke lächelte still vor sich hin, denn durch sein  Fernglas sah er am Strand der Landzunge sah er eine kleine Gestalt in einem orangefarbenen Hemd, die die von der Strömung angetriebenen Blütenkränze wieder einsammelte.
   
   
  

Michael Rolandt: Die Bank im Park
Michael Rolandt: Abschied von Hawaii
© by author / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
3/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung

Donnerstag, 25. März 2021

Story der Woche

 Verrechnet

 Story von Ralph Petersen

 Phillip Barkley bemerkte zu spät, dass sie ihn aufgespürt hatten. Die kleine Bar war zu einer Mausefalle geworden, aus der er wohl kaum herauskommen konnte. Phillip betrachtete im Barspiegel den Zwei-Zentner-Mann, der sich am Eingang aufgebaut hatte. Die vielfach gebrochene Nase in dem schwammigen, aufgedunsenen Gesicht zeigte, dass er ein Profi war.
   Barkley sah sich langsam um. An einem Tisch bei der Tanzfläche hockte eine Vogelscheuche in einem  zerknautschten Anzug. Er hatte einen Hals wie ein Geier und seine zerknitterte Gesichtshaut war mit ungesunden braunen Flecken übersät. Die Filterlose hing in seinem Mundwinkel als sei sie dort festgewachsen. Ein dünner Rauchfaden kräuselte sich in die Höhe und formte im Strahl des einzigen Bühnenscheinwerfers bizarre Gebilde.
   Sie hatten an alles gedacht, auch neben dem Hinterausgang stand einer, ein Kraftpaket, beinahe so hoch wie breit, mit einem tief ins Gesicht gezogenen Hut.
   Der Barmixer polierte schon seit geraumer Zeit am gleichen Glas. Barkley sah die Angst in seinen Augen.
   Jetzt erhob sich der mit dem Geierhals und kam langsam über die Tanzfläche. Er schob sich neben Barkley an die Theke. Das aufgedunsene Gesicht verließ seinen Platz neben dem Eingang und postierte sich hinter Phillip.
   »Hi, Barkley!«, sagte die Vogelscheuche. Die Filterlose wippte. »Diesmal hast du dich verrechnet. Wir haben dich erwischt!«
   Phillip stützte sich mit den Unterarmen auf die Theke. Dann wirbelte er plötzlich herum .und schlug mit aller Kraft in das aufgedunsene Gesicht hinter sieh. Ein Blutstrom schoss aus der Nase, der Bulle taumelte  zurück und   brach auf der Tanzfläche zusammen.
   Die Vogelscheuche griff zum Schulterhalfter, doch ehe er die Waffe herausziehen konnte, krachte Barkleys Fuß gegen sein Schienenbein. Die Vogelscheuche stieß einen unartikulierten Laut aus und Trainer sich zusammen. Phillip schlug mit der Handkante in seinen Nacken und stieß die taumelnde Gestalt gegen das Kraftpaket, das inzwischen seinen Posten neben dem Hinterausgang verlassen hatte und sich auf Barkley stürzen wollte.
   Phillip lief durch das düstere Foyer und stieß die Pendeltür zur Straße auf. Ein Schatten tauchte von rechts auf. Phillip schlug zu. Der Mann klappte zusammen wie ein Taschenmesser. Aus der Bar kam ein schriller Pfiff. Eine Frau schrie auf.
   Phillip rannte nach links. Er musste weg von hier denn sicherlich hatten sie irgendwo noch einen Wagen mit mindestens zwei Mann stehen.
   Vor ihm flammten zwei Scheinwerfer auf. Ein Motor sprang an. Verdammt. Das war der Wagen. Phillip erkannte die beiden schemenhaften Gestalten hinter der Windschutzscheibe. Langsam setzte der Wagen sich in Bewegung. Hinter ihm klapperten schnelle Schritte auf dem Pflaster. Sie kamen. Sie hatten ihn eingekreist.
   Phillip presste sich an die Wand, schlüpfte in eine Toreinfahrt und rannte auf den Hinterhof. Die Schritte blieben auf den Fersen. Jemand bellte mit scharfer Stimme Befehle.
   Der Hinterhof war mit einer Mauer begrenzt. Phillip : sprang auf eine Mülltonne und warf sich über die Mauer.
   Er landete in einem düsteren Hof. Für einen Augenblick hatte er die Orientierung verloren und lief blindlings weiter. Hinter ihm klapperten wieder die Schritte. Zwei, nein drei waren ihm nachgekommen.
   »Mach dir keine Illusionen, Barkley!«, brüllte jemand. »Wir kriegen dich!« '
   Phillip rüttelte verzweifelt an einer Tür. Verschlossen.
   Einen Augenblick verharrte er keuchend an die Wand gelehnt. Kommandos klangen über den Hof. Die Schritte kamen näher. Er saß in der Falle. Dann flammte eine Taschenlampe auf. Der Lichtkegel tastete die Wand I Schulterhöhe ab und erfasste Schließlich Phillip. Stechend verharrte das Licht in seinem Gesicht. Schemenhaft sah er sie näherkommen, die Pistolen schussbereit.
   »Okay!«, sagte der mit dem Geierhals neben ihm. Eine Dienstmarke blitzte vor Phillips Augen auf. »Phillip Barkley, in Namen des Gesetzes verhafte ich Sie wegen dreifachen vorsätzlichen Mordes. Lieutenant Synder, zeigen Sie ähm den Haftbefehl, legen Sie ihm Handschellen an und bringen Sie ihn zum Wagen.«
   
    

Werbung
Ebook bei amazon
H.P. Karr präsentiert
Mord nach Rezept - Band 10: Die Retro-Edition - mit zwei Dutzend Krimis zurück in die Achtziger


Die Achtziger – das waren die Jahre, als man noch überall rauchen durfte, der Marlboro-Mann und der Camel-Tramp im Kino Werbung machten und die Hollywood-Hits »Dirty Dancing«, »Shining« und »Zurück in die Zukunft« hießen. Zum Telefonieren benutzte man Festnetztelefone, und wenn man unterwegs war, musste man sich zum Anrufen eine Telefonzelle suchen – das waren gelbe Kabinen mit einem Münztelefon und einem gestohlenen Telefonbuch.

Zwei Dutzend clevere Kriminalstorys aus der guten alten Zeit – als im Fernsehen immer dienstags »Dallas« lief und freitags »Derrick« ermittelte. Die Hits des Jahrzehntes waren »Take On Me« von a-ha , Nena mit »99 Luftballons« und natürlich »Jeanny« von Falco. Wie immer zu Ihrem Vergnügen ausgesucht und zusammengestellt von Krimikenner H.P. Karr.
  
   
   

Halb drei

Story von Michael Rolandt

Plötzlich bin ich wach. Halb drei, sagen die Leuchtziffern auf der Uhr. Ich stiere an die Decke. Fahre mit meinem Blick das Muster ab, das das Licht der Straßenlaternen zeichnet. Meine Frau liegt neben mir. Sie schläft fest.
   Ein wenig frische Luft täte mir ganz gut. Leise schließe ich die Schlafzimmertür und stelle mich im Wohnzimmer an das offene Fenster. Ich schaue auf die menschenleere Straße.
   Die Stadt schläft.
   Warum bin ich nur so nervös? Ich hole mir eine Zigarette, die letzte aus der Schachtel. Der Rauch weht durch das Fenster hinaus in die kühle Nachtluft. Die Packung ist leer.
   Soll ich mir noch eine holen? Der nächste Automat ist gleich an der Ecke. Ich schlüpfe in meine Kleider, mache mich auf den Weg.
   Die Straßenlaternen schimmern bläulich. Sie scheinen wie in einen milchigen Nebel eingehüllt. Kein Mensch ist auf der Straße. An der Ecke, beim Automaten, taucht plötzlich aus dem Dunkel ein Mann auf. Mein Nachbar.
   »So spät noch unterwegs?«, frage ich.
   »Konnte nicht einschlafen. Kleiner Spaziergang!«
   »Mir geht es genauso!«
   Plötzlich Motorengeräusch. Scheinwerfer! Sie erhellen die ganze Straße. Ein Wagen. Bremsen quietschen. Wir springen zurück. Der Wagen überschlägt sich. Prallt gegen die Hausecke. Rollt zurück. Dann - Stille.
   Die Wagentür hängt offen da. Das Fahrzeug beginnt zu brennen. Wir ziehen den Fahrer heraus und tragen ihn weg. Hinter uns explodiert der Tank. Flammen blaken.
   Auf einmal ist die Straße hellwach. Jemand hat die Polizei alarmiert. Ein Krankenwagen holt den Mann. Löscharbeiten der Feuerwehr. Fragen der Polizei. Aussagen, Abmessungen, Eintragungen. Routine für die Beamten.
   Dann dürfen wir wieder gehen. Das Licht im Treppenhaus brennt. Die Nachbarn stehen verschlafen in den Türen. »Was war denn? »
   »Wie ist dem das passiert? ı
   »Gab es Tote? »
   Ich antworte nicht. Meine Frau steht auch in der Tür,  eine wirre Haarsträhne im Gesicht. Sie umarmt mich.
   »Ist dir nichts passiert?«
   »Nein!, sage ich.
   Schließlich liegen wir wieder im Bett. Draußen wird es allmählich ruhig. Meine Frau drückt sich an mich. Und ich halte sie fest. Ganz fest.
   

   

Ein Mord in einem verschlossenen Raum, ein tückisch arrangierter Unfall, ein vergifteter Drink – in jedem Fall ein Fall für Kommissarin Katja Kampp von der SOKO RUHR. Mit messerscharfer Kombinationsgabe und einer gehörigen Portion Menschenkenntnis ermittelt die clevere Kriminalistin innerhalb kürzester Zeit, wer der Täter ist.





Dabei ist der Leser bei diesen fünfzig Ratekrimis von H.P. Karr immer auf Augenhöhe mit der ebenso charmanten wie smarten Ermittlerin. Gemeinsam mit ihr kann er den Tätern auf Spur kommen. Denn in jeder Story gibt es mindestens einen Hinweis, der den Täter überführt. Ist es ein falsches Alibi, eine dreiste Lüge oder ganz ein dummer Fehler im Mordplan?
Katja Kampp löst den Fall auf jeden Fall – Sie auch?

H.P. Karr
Ein Fall für Kommissarin Katja Kampp
bei amazon



Der Autor
H.P. Karr lebt seit 1960 im Ruhrgebiet und ist Experte für alles, was mit Krimis zu tun hat. Er schrieb  rund ein Dutzend Thriller und Cozys und gibt die erfolgeichen Kurzkrimisammlungen »Mord nach Rezept« heraus.  Bei  seinen Krimirätseln kann jeder Leser und jede Leserin auf Augenhöhe mit den Ermittlern den Fall lösen. Stets spannend und immer mörderisch unterhaltsam.




Ralph Petersen: Verrechnet
Michael Rolandt: Halb drei
© by authors / R.Jahn
Published by krimiladen.blogspot.com
3/2021
Verbreitung nur mit Genehmigung



Freitag, 19. März 2021

Betthupferl - Gert hat Kopfschmerzen

 Gert hat Kopfschmerzen

 Von Gisela Jahn

»Ohhh!«, stöhnt Gert am Morgen, als seine Mutter ihn weckt.   »Ohh, ich habe solche Kopfschmerzen! Ich glaube, ich kann nicht in die Schule gehen!«
   Besorgt fühlt seine Mutter seine Stirn. »Seltsam!«, sagt sie. »Fieber hast du anscheinend nicht!« Aber vorsichtshalber misst sie noch einmal nach. Gert hat kein Fieber. Und einen Schnupfen auch nicht. Weder Husten noch Heiserkeit plagen ihn.
   »Wenn nur diese Kopfschmerzen nicht wären!«, seufzt  Gert und sieht seine Mutter an.
   »Spielst du mir nicht etwa etwas vor?«, erkundigt diese.
   »Aber Mutter!«, beteuert Peter. »Wie kannst du denn nur so etwas von mir denken ? »
   »Schreibt ihr heute in der Schule vielleicht eine Arbeit? Oder einen Aufsatz?«
   »Aber nein!«, versichert Gert. » Bestimmt nicht!« Und er lehnt sich wieder in die Kissen zurück und zieht ein schmerzerfülltes Gesicht. »Wenn nur diese dummen Kopfschmerzen nicht wären!«
    »Ich gebe dir eine Schmerztablette!«, entscheidet die Mutter. »Dann geht es dir sicher besser und du kannst zur Schule gehen!«
   Gleich darauf kommt sie mit einer Tablette und einen Glas Wasser zurück. Gert nimmt die Tablette in den Mund und trinkt einen Schluck Wasser. Als seine Mutter das Zimmer wieder verlässt, nimmt er die Tablette wieder aus dem Mund heraus und versteckt sie unter dem Nachttisch.
   »Die Schmerzen sind immer noch nicht weg!«, stöhnt er, als seine Mutter später noch einmal ins Zimmer schaut.
   »Also gut!«, sagt die Mutter. »Ich werde dir eine Entschuldigung für Herrn Berger schreiben. Und heute Nachmittag gehen wir zu Dr. Hansen.«
   »Heute Nachmittag?«, fragst Gert bestürzt. »Das geht nicht, da bin ich mit Dirk und Roland zum Fußballspielen verabredet!«
   »Da wirst du kaum hingehen können, denn du bist doch krank!«, erinnert ihn die Mutter. »Und wer krank ist‚ der muss zu einen Arzt gehen!«
   »Ja, wenn das so ist … » Gert überlegt einen Augenblick. Dann springt er aus dem Bett. »Denk dir auf einmal sind die Kopfschmerzen wie weggeblasen. Die Tablette  scheint  doch gewirkt zu haben! Dann kann ich ja zur Schule gehen und auch heute Nachmittag  mit Dirk und Roland Fußball spielen! »
   »Ja, natürlich – wenn die Schmerzen fort sind, kannst du auch zum Fußballspielen gehen!«, erklärt die Mutter. »Aber nun komm in die Küche, das Frühstück ist fertig.

© O.R.Lando / Gisela Jahn

   


Werbung
Gisela Jahn

Treffpunkt Reiterhof

Jutta ist aufgeregt, weil sie eben von ihrer Mutter erfahren hat, dass sie das Wochenende auf dem Reiterhof ihres neuen Freundes verbringen werden. Sie möchte nicht, dass ihr Mutter sich mit ihrem neuen Freund abgibt, denn sie vermisst ihren Vater sehr.
Dennoch führt die mit ihrer Mutter auf den Reiterhof und lernt dort Billie kennen – die Tochter des Freundes ihrer Mutter, Das kratzbürstige Mädchen will nichts mit Jutta zu tun haben, weil sie nicht möchte, dass ihr Vater sich mit Juttas Mutter abgibt.


Ist es normal, wenn man auf einen Reiterhof eingeladen wird und sich gar nicht darüber freuen kann? Jutta hat ihre Gründe, und nur widerstrebend findet sie sich mit der Neuigkeit ab, die ihr ihre Mutter eröffnet. Sie hat einen Mann kennengelernt, mit den sie zusammenleben möchte. Wie sich bald herausstellt, hat dessen Tochter Billie fast dasselbe Problem. Gemeinsam suchen die beiden Mädchen nach einem geeigneten Ausweg. Wie können sie verhindern, dass ihre Eltern sich für eine gemeinsame Zukunft zusammenfinden?
 


Gisela Jahn
Treffpunkt Reiterhof
Verkaufspreis: 1,99 €
Seitenanzahl: 135
ISBN: 978-3-7485-9732-2
Veröffentlicht: 12.06.2019
überall wo es ebooks gibt
kaufen bei amazon .de
kaufen bei thalia.de
kaufen bei hugendubel.de
kaufen bei weltbild.de
kaufen bei iBooks Store
kaufen bei Google Play




Gert hat Kopfschmerzen
© O.R. Lando /Gisela Jahn
Verbreitung nur mit Genehmigung

Erstveröffentlichung in:
Mücke - Das bunte "Gib acht" - Heft für die Grundschule.
Herausgegeben vom Aufklärungsdienst für Jugendschutz
Verlag:  Universum-Verlag, Wiesbaden



    
   
   

Donnerstag, 18. März 2021

Betthupferl Kindergeschichte - August, dummer August

 

August, dummer August

Von Gisela Jahn

In der 3b war ein Neuer. Er kam heute morgen mit dem Hausmeister und setzte sich neben Peter in die letzte Bank.
  »Wie heißt du denn?«, fragte die Klassenlehrerin Frau Mahlig ihn in der ersten Stunde.
  »August Krause!«, erwiderte der Neue und stand auf. Die ganze Klasse brach in schallendes Gelächter aus.
  »August, August, dummer August!«, kicherte Lothar.
  »Ach du lieber Augustin, ach du lieber Augustin!”, sang Peter.
  Der Neue war rot geworden wie eine Tomate.
  »Warum lacht ihr denn?« wollte Frau Mahlig wissen. »Was kann August denn für seinen Namen?«
  »Er ist so... so komisch!«, sagte Klaus in der ersten Reihe.
  »Wie der Clown im Zirkus!«, stimmte Heike ihm zu, und wieder lachten alle.
  Der Neue setzte sich still hin und musterte die Klasse stumm. Er schien daran gewöhnt zu sein, daß man über seinen ausgefallenen Namen Witze machte.
  »August ist ein Name wie jeder andere auch!«,sagte Frau Mahlig. »Der Name August kommt von dem römischen Kaiser Augustus, der vor zweitausend Jahren lebte. Ich weiß wirklich nicht, was es da zu lachen gibt.«
  »Aber heute heißt doch niemand mehr August«, erwiderte Peter. »Wir heißen alle Klaus, Lothar, Rainer oder Michael.«
  »Aber die meisten von euch haben doch einen zweiten Vornamen, nicht wahr?«, erkundigte sich Frau Mahlig. »Wie heißt du denn mit deinem ganzen Namen, Peter?«
  Peter zögerte.
  »Nun sag’ doch schon!«, drängte Klaus.  
  »Peter Otto Reuter!«, sagte Peter kleinlaut und Klaus brach in Gelächter aus.
  »Und du, Klaus?«, fragte Frau Mahlig.
  »Ich? Ich heiße Klaus Justus...«
  Nun war es an Peter, zu lachen.
  »Seht ihr!« sagte Frau Mahlig. »Beinahe jeder von euch hat einen Namen, über den man lachen könnte. Aber warum lacht ihr ausgerechnet über August, nur weil sein Rufname etwas ausgefallen ist? Was wäre, wenn dein Rufname Otto. wäre,
Peter? Oder du, Justus — ich meine Klaus ... .«
  Als Peter an diesem Tag nach Hause kommt, sagt er zu seiner Mutter: »Wir haben einen Neuen in der Klasse. Er heißt August Krause.«
  »August«, lacht die Mutter. »Das ist aber ein komischer Name!«
  »Warum?«, fragt Peter.


© O.R. Lando /Gisela Jahn


Werbung
Gisela Jahn

Treffpunkt Reiterhof

Jutta ist aufgeregt, weil sie eben von ihrer Mutter erfahren hat, dass sie das Wochenende auf dem Reiterhof ihres neuen Freundes verbringen werden. Sie möchte nicht, dass ihr Mutter sich mit ihrem neuen Freund abgibt, denn sie vermisst ihren Vater sehr.
Dennoch führt die mit ihrer Mutter auf den Reiterhof und lernt dort Billie kennen – die Tochter des Freundes ihrer Mutter, Das kratzbürstige Mädchen will nichts mit Jutta zu tun haben, weil sie nicht möchte, dass ihr Vater sich mit Juttas Mutter abgibt.


Ist es normal, wenn man auf einen Reiterhof eingeladen wird und sich gar nicht darüber freuen kann? Jutta hat ihre Gründe, und nur widerstrebend findet sie sich mit der Neuigkeit ab, die ihr ihre Mutter eröffnet. Sie hat einen Mann kennengelernt, mit den sie zusammenleben möchte. Wie sich bald herausstellt, hat dessen Tochter Billie fast dasselbe Problem. Gemeinsam suchen die beiden Mädchen nach einem geeigneten Ausweg. Wie können sie verhindern, dass ihre Eltern sich für eine gemeinsame Zukunft zusammenfinden?
 


Gisela Jahn
Treffpunkt Reiterhof
Verkaufspreis: 1,99 €
Seitenanzahl: 135
ISBN: 978-3-7485-9732-2
Veröffentlicht: 12.06.2019
überall wo es ebooks gibt
kaufen bei amazon .de
kaufen bei thalia.de
kaufen bei hugendubel.de
kaufen bei weltbild.de
kaufen bei iBooks Store
kaufen bei Google Play




August, dummer August
© O.R. Lando /Gisela Jahn
Verbreitung nur mit Genehmigung


Erstveröffentlichung in:
Mücke - Das bunte "Gib acht" - Heft für die Grundschule.
Herausgegeben vom Aufklärungsdienst für Jugendschutz
Verlag:  Universum-Verlag, Wiesbaden
Nr 9 / 1974 September
Erstsendung
Bayerischer Rundfunk
Kinderfunk "Betthupferl" 19.10.1987